Finanzbranche

Commerzbank macht Aktionären Hoffnung

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Die Streichung von Stellen und eine schlankere Aufstellung sollen die Commerzbank fit für die Zukunft machen. Foto: Frank Rumpenhorst

Die Commerzbank ist im Umbruch. Selbst der Vorstand ist nicht zufrieden mit den jüngsten Ergebnissen. Den Anteilseignern macht der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Zielke dennoch Hoffnung.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Commerzbank macht ihren Aktionären nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Hoffnung auf bessere Zeiten.

"Wir sind gut in das neue Jahr gestartet. Die Ergebnisse sind ordentlich ausgefallen. Insofern bin ich recht zufrieden", sagte Konzernchef Martin Zielke bei der Hauptversammlung des teilverstaatlichten Dax-Konzerns in Frankfurt.

Die Zahlen für das erste Quartal 2017 will die Bank am nächsten Dienstag (9.5.) veröffentlichen. Analysten erwarten für den Drei-Monats-Zeitraum im Schnitt eine Gewinnrückgang auf 105 (Vorjahreszeitraum: 163) Millionen Euro.

"Das starke Wachstum bei Privat- und Unternehmerkunden haben wir fortgesetzt", sagte der langjährige Privatkundenchef Zielke, der die Bank seit einem Jahr führt. Von Januar bis einschließlich März 2017 gewann das Institut - wie bereits bekannt - unter dem Strich 151 000 Kunden. Ziel ist die Marke von 12,5 Millionen Kunden bis Jahresende.

Bis 2020 will die Commerzbank zwei Millionen zusätzliche Kunden gewinnen. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - will das Geldhaus bis 2020 um mehr als eine Milliarde Euro steigern, wie Zielke bekräftigte: "Durch organisches Wachstum - und wenn der Preis stimmt, auch durch Zukäufe."

Im vergangenen Jahr hatten Konzernumbau und Zinstief den Überschuss des Instituts um drei Viertel von knapp 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf 279 Millionen Euro geschrumpft. Nach der Mini-Dividende von 20 Cent je Anteilsschein für das Geschäftsjahr 2015 ist eine erneute Gewinnausschüttung vorerst gestrichen. "Selbstverständlich werden wir jedes Jahr erneut prüfen, ob die wirtschaftliche Situation der Bank eine Dividendenzahlung gestattet", sagte Zielke.

In einem anhaltend schwierigen Umfeld mit niedrigen Zinsen und hohen Regulierungskosten sei es jedoch zunächst notwendig, den Gewinn zu investieren - unter anderem in Digitalisierung. "Wir müssen jetzt investieren, um langfristig Erfolg zu haben", betonte der Manager. "Die Bank ist nicht profitabel genug. Und diese Situation wird sich, wenn wir nichts tun, weiter verschärfen."

Fit machen will Zielke den Konzern auch mit dem Abbau Tausender Stellen. Bis zum Jahr 2020 sollen 9600 Vollzeitstellen gestrichen werden. "Die Gespräche mit dem Betriebsrat haben begonnen. Die Atmosphäre ist konstruktiv und zielorientiert", sagte Zielke. "Wir sind uns einig, dass wir den Stellenabbau möglichst sozialverträglich umsetzen wollen." Ende 2016 waren im Commerzbank-Konzern 49 941 Mitarbeiter beschäftigt, auf Vollzeitkräfte umgerechnet waren es 44 267. "Der Umbau betrifft die gesamte Bank", bekräftigte Zielke.

Abstriche am vergleichsweise dichten Netz von Zweigstellen schloss der Commerzbank-Chef dagegen erneut aus: "An unserem Netz von rund 1000 Filialen werden wir unverändert festhalten." Etliche Wettbewerber haben zahlreiche Filialen geschlossen oder sind dabei.

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