Wirtschaft vor riesigen Problemen

Corona-Krise: Germanwings verschwindet - Lufthansa bestätigt harten Schritt

Deutschlands Wirtschaft ist durch die Corona-Krise hart getroffen. Auch große Unternehmen wie BMW, Airbus und Lufthansa haben mit den Folgen zu kämpfen.

  • Die Coronavirus*-Krise stellt die deutsche Wirtschaft vor gigantische Probleme.
  • Schlagzeilen machten zuletzt heikle Pläne großer Einzelhändler - doch auch die Auto-Industrie leidet.
  • Die wichtigsten Informationen zum allgemeinen Stand der Epidemie in Deutschland finden Sie in unserem News-Ticker.

Update 17.11 Uhr: Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) verhandelt unterdessen mit der österreichischen Bundesregierung über Staatshilfen. Ein Sprecher der Fluglinie sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass die Gespräche erst am Anfang seien. Zahlen zum Umfang der Staatshilfe nannte er nicht. Er dementierte aber laut APA den von der Nachrichtenagentur Bloomberg kolportierten Wert von 500 Millionen Euro.

Derzeit ist der reguläre Flugbetrieb der AUA bis 3. Mai ausgesetzt, die rund 7000 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit.

Die Lufthansa Technik AG hat zudem für rund 12 000 Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit bis Ende August vereinbart. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei mit den Gremien der betrieblichen Mitbestimmung abgeschlossen worden, teilte die Lufthansa-Tochter am Dienstag in Hamburg mit. Der Umfang der Kurzarbeit könne je nach Arbeitsausfall bis zu 100 Prozent betragen und werde mit den jeweiligen Mitbestimmungsgremien abgestimmt.

In den Verhandlungen um mögliche Corona-Hilfen soll die Lufthansa indes auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung prüfen. Die Lufthansa-Jahreshauptversammlung 2020 wird daher mit Spannung erwartet.

Corona-Krise und die Folgen: Autoindustrie in „schwerster Krise überhaupt“ - Altmaier gibt Versprechen

Update 16.55 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bei den Corona-Hilfspaketen weitere Nachbesserungen in Aussicht gestellt. Die Bundesregierung stehe bereit, ihre Unterstützungsmaßnahmen immer wieder daraufhin zu überprüfen, wo es Lücken gebe, sagte Altmaier am Dienstag in einer Videoschalte mit der Präsidentin des Autoverbandes VDA, Hildegard Müller. Der Mitschnitt liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Ziel sei es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Für die hoch qualifizierten Mitarbeiter werde es wieder Aufträge und Arbeit geben, sagte Altmaier. Er bekräftigte, es gehe darum, die Konjunktur wieder anzukurbeln. Nach den schwierigen Monaten im Augenblick werde es „irgendwann Licht am Ende des Tunnels“ geben.

Die Unternehmensberatung Bain sieht die Autoindustrie unterdessen „in ihrer wahrscheinlich schwersten Krise überhaupt“. Ohne staatliche Gegenmaßnahmen werde die weltweite Nachfrage dieses Jahr um 29 Prozent einbrechen, die Gewinne der Autoindustrie könnten um 70 bis 90 Prozent fallen - höhere Rabatte noch nicht mitgerechnet. Bain-Partner Klaus Stricker sagte am Dienstag in München: „Die Regierungen sollten diese Schlüsselindustrie in Deutschland und Europa umfassend unterstützen, um die Liquidität der Unternehmen zu sichern - insbesondere im Zuliefer- und Händlerbereich.“

Folgen der Corona-Krise: Porsche weiter stark betroffen

Update, 11.45 Uhr: Die Werke des Sportwagenbauers Porsche stehen wegen der Coronavirus-Pandemie auch in der Woche nach Ostern still. Angesichts der aktuellen Lage bleibe die Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig eine weitere Woche ausgesetzt, erklärte ein Sprecher. Es gebe weiterhin Engpässe bei den globalen Lieferketten, die einen geordneten Wiederanlauf der Produktion nicht zuließen, hieß es. Porsche hatte Mitte März angekündigt, die Arbeit in den Werken vorerst einzustellen. Die kommende Woche ist dann die vierte, in der die Arbeit ruht. Für die Beschäftigten hat der Autobauer Kurzarbeit angemeldet.

Folgen von Corona: Lufthansa denkt über drastischen Schritt nach

Update, 7. April, 9.50 Uhr: Lufthansa denkt in der aktuellen Corona-Krise offenbar über eine Schließung von Germanwings nach. Darüber berichtete zuerst das Handelsblatt. Die Beratungen des Lufthansa-Vorstands zur Schließung der Tochtergesellschaft sollen am heutigen Dienstag (7. April) stattfinden. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Der Vorstand prüfe alle Optionen, heißt es im Handelsblatt weiter.

Gewerkschaften wie Verdi haben erklärt, eine Stabilisierung der Lufthansa sei nur mit allen Mitarbeitern möglich. Die Gewerkschaften werfen dem Konzern vor, die Airline schließen zu wollen, statt Kurzarbeit zu vereinbaren.

Wirtschaft in Deutschland in der Corona-Krise: Stopp jetzt auch bei Airbus

22.30 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus unterbricht Airbus seine Produktion in Bremen und Stade. „Mit diesen Maßnahmen reagiert das Unternehmen auf verschiedene Umstände, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie stehen“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Auch am US-Standort Mobile (Alabama) wird die Produktion vorübergehend gestoppt.

An den Standorten seien die Lagerbestände hoch. Außerdem verwies der Konzern auf „Empfehlungen der jeweiligen Regierungen sowie Anforderungen, die sich auf verschiedene Phasen des gesamten industriellen Produktionsflusses auswirken“.

In Bremen ruhten Produktions- und Montagearbeiten der Zivilflugsparte seit Montag bis zum 27. April, so der Luftfahrt- und Rüstungskonzern weiter. In Stade habe die Pause bereits am Sonntag begonnen und dauere bis zum 11. April.

BMW spürt üble Folgen von Corona - Autobauer veröffentlicht drastische Zahlen

16.20 Uhr: BMW hat von Januar bis Ende März 20,6 Prozent weniger Autos verkauft als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Die Corona-Pandemie habe im Februar den Absatz in China einbrechen lassen, im März seien die Folgen in Europa und den USA deutlich spürbar, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. „In Europa sind derzeit aufgrund des Coronavirus rund 80 Prozent aller Händlerbetriebe geschlossen, in den USA sind es circa 70 Prozent.“

In den BMW-Werken in Europa und Nordamerika steht die Produktion. Der Konzern passe sein Produktionsvolumen flexibel der Nachfrage an, sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. „In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung.“ Wichtig sei jetzt vor allem, die Gesundheit der Mitarbeiter, die Liquidität und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Im ersten Quartal verkaufte der Konzern nur noch 477 111 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. In China brachen die Verkaufszahlen um 31 Prozent ein, in Europa um 18 Prozent und in den USA um 17 Prozent.

Deutsche Wirtschaft in Corona-Krise: Schnelles Kreditprogramm soll helfen - Staat haftet

14.45 Uhr: Wie Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)  nun in einer Pressekonferenz bekanntgegeben haben, hat die Bundesregierung in der Corona-Krise zusätzliche Hilfen für den Mittelstand beschlossen. Mit einem neuen Kreditprogramm sollen vor allem mittelständische Firmen einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgt werden. Es gehe darum, kleine und mittlere Betriebe in die Lage zu versetzen, „dass sie durch die schwierige Zeit kommen, dass sie wirtschaftlich noch da sind, wenn es wieder aufwärts geht“, so Scholz.

Er verwies darauf, dass die Hilfen aus dem 50-Milliarden-Programm für diese Unternehmen an Prüfentscheidungen der Banken gebunden seien. „Vielleicht vergeht dabei Zeit, die nicht jeder hat.“ Das nun beschlossene Schnellkreditprogramm sehe vor, dass die Banken Kredite vergeben können ohne Prüfung der weiteren Entwicklung des jeweiligen Unternehmens.

„Die Entscheidung lautet: Wer schon im letzten Jahr wirtschaftlich tätig war, wer im letzten Jahr schon Umsätze hatte, wer im letzten Jahr eine ordentliche wirtschaftliche Tätigkeit verrichtet hat und wer Gewinn gemacht hat, der kann auch drei Monatsumsätze als Kredit bekommen von der Bank“, so Scholz weiter. Der Bund verbürge diesen Kredit zu 100 Prozent, so dass keine eigene Bewertung der Bank mehr notwendig sei. „Und mit dieser 100-Prozent-Verbürgung ist es dann auch möglich, dass das ganz schnell ausgereicht werden kann“, heißt es in der Pressekonferenz weiter. 

Die Bundesregierung rechne damit, dass viele Unternehmen diese Möglichkeit nutzen werden, sagte der Finanzminister. „Diese Schnellkredite sollen dafür sorgen, dass diese Unternehmen der mittleren Größenordnung schnell Liquidität haben, ohne dass wir gewissermaßen als Steuerzahler zu viel Geld verlieren.“

Wirtschaft in Corona-Krise: Neues Kreditprogramm soll helfen - Scholz und Altmaier informieren

14.06 Uhr: In einer Pressekonferenz informieren Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nun über das neue Kreditprogramm, das vor allem dem Mittelstand Erleichterung verschaffen soll. 

Die deutsche Bundesregierung will mit schnellen und unkomplizierten Krediten der staatlichen Förderbank KfW eine Pleitewelle im Mittelstand verhindern, heißt es darin. Kleine und mittlere Betriebe sollen je nach Größe ohne Risikoprüfung und bei 100-prozentiger Staatshaftung Kredite von bis zu 800.000 Euro erhalten können, teilen Scholz und Altmaier nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts mit. 

Kanzlerin Angela Merkel berät mit dem Krisen-Kabinett über das Coronavirus. Dabei geht es auch um den Plan von Horst Seehofer, die aktuellen Maßnahmen zu erweitern.

Wirtschaft in Corona-Krise: Neues deutsches Kreditprogramm soll helfen - Staat haftet

Update vom 6. April, 12.25 Uhr:Die Bundesregierung will mit einem neuen Kreditprogramm vor allem den Mittelstand einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgen und damit eine Pleitewelle verhindern. Wie aus Eckpunkten des Programms hervorgeht, sollen Kredite von bis zu 800 000 Euro pro Firma mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden.

Die Unternehmen dürfen demnach zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und müssen „geordnete wirtschaftliche Verhältnisse“ aufweisen. Die Eckpunkte des Programms liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Das „Corona“-Kabinett wollte das zusätzliche Programm am Montag beschließen. Am frühen Nachmittag (14.00 Uhr) wollen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) über die neuen Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand informieren.

Die staatliche Förderbank KfW trägt beim Sonderkreditprogramm bisher bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos. Aus der Wirtschaft waren wiederholt Klagen laut geworden, Kreditprüfungen der Hausbanken seien zu aufwendig und Kredite würden nicht vergeben, weil Firmen in der derzeitigen Krise nicht kreditwürdig seien. Wirtschaftsverbände hatten außerdem eine „Förderlücke“ für den Mittelstand bei bisherigen Programmen beklagt.

Wirtschaft in Corona-Krise: Wirtschaftsminister kritisiert Banken hart - Konjunkturhilfen geplant

Update vom 5. April, 13.11 Uhr: Führende Koalitionspolitiker haben umfassende Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt, um die deutsche Wirtschaft nach dem Abklingen der Corona-Pandemie aus der Krise zu holen. CSU-Chef Markus Söder sprach sich am Wochenende für ein großes Konjunkturprogramm aus, das von flächendeckenden Steuersenkungen flankiert werden müsse. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der am Abend bei Anne Will zu Gast sein wird, plädierte für ein Konjunkturpaket; davon verspricht er sich einen Schub für den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft (siehe Update vom 4. April).

Scholz und Söder nannten keine Zahlen. Sie machten aber klar, dass das anvisierte Konjunkturprogramm sehr massiv ausfallen müsse. Die bereits von der Bundesregierung beschlossenen ersten Notmaßnahmen haben ein Volumen von weit mehr als einer halben Billion Euro.

Österreich hat sie schon, die Maskenpflicht. Aber kommt sie auch in Deutschland?*

Wirtschaft in Corona-Krise: Wirtschaftsminister kritisiert Banken hart - „nicht Sinn der Übung"

15.29 Uhr: Angesichts der schweren Verwerfungen in der Wirtschaft durch die Corona-Krise will die Bundesregierung ihre Hilfsangebote nachbessern. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) tadelte am Samstag die Banken für ihre Zurückhaltung bei der Vergabe von Krediten an Unternehmen und kündigte Abhilfe an. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellte eine weitere steuerliche Entlastung von Unternehmen in Aussicht.  Minister Altmaier räumte Probleme bei der Vergabe von Hilfskrediten an Unternehmen ein und übte scharfe Kritik am Geschäftsgebaren deutscher Banken. In der Internetsendung "Bild Live" beklagte er, dass einige Banken den in Not geratenen Firmen Finanzhilfen verweigerten - trotz der von der Bundesregierung aufgelegten Kreditprogramme.

"Das ist nicht der Sinn der Übung", sagte Altmaier. "Es gibt einige, die sagen: Wir geben dir keinen Kredit, denn wir wissen ja gar nicht, wie lange du nicht produzieren kannst." Dabei sei es doch genau "das Ziel dieses Programms, dass man diese Zeit überbrücken kann". Grundsätzlich müssten die Geldinstitute bei der Prüfung der Sicherheiten darauf achten, "dass die Kirche im Dorf bleibt".

Ziel der Bundesregierung sei es, "in den nächsten Tagen Klarheit zu schaffen, um sicherzustellen, dass alle Mittelständler an das Geld kommen, was sie brauchen, um ihre Unternehmen, ihre Arbeitsplätze zu sichern", sagte Altmaier. 

Kanzlerin Angela Merkel berät nun mit dem Krisen-Kabinett über weitere Corona-Maßnahmen in Deutschland.*

Corona-Krise: Bayer legt großen Tabletten-Vorrat an

Update vom 4. April, 11.05 Uhr:Im Kampf gegen das Coronavirus setzt der deutsche Pharmakonzern Bayer auf sein bereits vor Jahrzehnten entwickeltes Malaria-Medikament Resochin: Der Konzern ließ insgesamt 600.000 Tabletten, die den Wirkstoff Chloroquin enthalten, nach Deutschland liefern und dort sicher einlagern, wie die "Bild"-Zeitung am Samstag berichtete. Bayer produziere das Medikament nun "ausschließlich fürs Gemeinwohl" und gebe es "in der Krise kostenlos an Regierungen weiter", sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann der Zeitung.

Dem Sender n-tv sagte Baumann am Samstag: "Bestehende Medikamente sind die größte Hoffnung." Medikamente, die erst noch entwickelt werden müssten, würden nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar sein. Resochin sei hingegen sofort verfügbar. "Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte", sagte Baumann in n-tv.

Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin. Das bereits in den 30er Jahren entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Corona-Krise: Scholz plant Konjunkturprogramm

Update 17.04 Uhr:  Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant für die Zeit nach der Corona-Krise laut einem Bericht des "Spiegel" ein Konjunkturprogramm, um die Wirtschaft dann wieder in Gang zu bringen. Die Rede sei von einem kräftigen Anschubpaket in einer Größenordnung von fast 50 Milliarden Euro für - wie Scholz es nenne - die "zweite Phase" der Krise, berichtete das Magazin. Vorgesehen seien sowohl zusätzliche staatliche Investitionen als auch Erleichterungen für Unternehmen.

Finanziert werden solle das Programm durch einen Rückgriff auf Mittel aus der Rücklage des Bundes für Asylbewerber und Flüchtlinge, die bisher nicht benötigt wurden. Um neben staatlichen auch private Investitionen zu stärken, seien Investitionszulagen für Unternehmen und Vergünstigungen bei Abschreibungen im Gespräch.

Außerdem will Scholz laut "Spiegel" vorerst darauf verzichten, die Ausgaben für die aktuell bereitgestellten Milliardenhilfen direkt nach der Krise wieder einzusparen. "Das Schlimmste wäre, wenn man in einer Krise gegen die Krise anspart", zitierte das Magazin den Finanzminister. "Da müssen wir genau das Gegenteil tun."

Die Bundesregierung hatte vor knapp zwei Wochen zur Bewältigung der Krisenfolgen für das laufende Jahr einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro beschlossen. Ob dies ausreichen wird, ist jedoch sehr ungewiss, zudem sind auch längerfristige Belastungen zu erwarten. Mit dem Nachtragshaushalt wurde erstmals seit Jahren der Grundsatz der schwarzen Null im Bundeshaushalt aufgegeben.

Wirtschaft in Corona-Krise: Puma will Dividende streichen und Hauptversammlung digital abhalten

Update vom 3. April, 16.03 Uhr: Der Sportartikelhersteller Puma will wegen der Corona-Krise die Dividende aussetzen. Wegen der „stark negativen Auswirkungen“ auf sein Geschäft werde der Vorstand der Hauptversammlung einen entsprechenden Vorschlag machen, teilte das MDax-Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach in Bayern mit. 

Zudem soll der Vorstand zunächst im April zu 100 Prozent auf seine Gehälter verzichten. Danach werde die Situation neu beurteilt, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Außerdem wird Puma seine für den 7. Mai geplante Hauptversammlung nun digital abhalten. Der Termin für die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal wird sich um eine Woche vom 30. April auf den 7. Mai verschieben.

Coronavirus-Pandemie: Keine Normalität - Lufthansa verlängert Krisenmodus

Update 16.58 Uhr: Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise ihren Rumpf-Flugplan um zwei Wochen bis zum 3. Mai verlängert. Alle vorherigen Flüge aus dem regulären Plan wurden bis zu diesem Termin annulliert. 

Der Rumpf-Flugplan stellt pro Woche 18 Interkontinentalflüge von und nach Frankfurt sowie 50 tägliche Verbindungen zwischen deutschen und anderen europäischen Städten sicher. Diese Grundversorgung entspricht rund fünf Prozent der üblichen Verkehrsleistung.

Finanzministerium verschiebt wegen Corona-Pandemie Zeitplan für Haushalt

Update 16.08 Uhr: Das Finanzministerium verschiebt wegen der Corona-Pandemie seinen Zeitplan für die Aufstellung des Bundeshaushalts 2021. „Nach derzeitigem Stand kann niemand verlässlich sagen, wie schnell die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wirken werden“, heißt es in einem Schreiben von Staatssekretär Werner Gatzer an die Staatssekretäre der Bundesministerien, das dpa vorliegt. Der Regierungsentwurf für den Etat solle nun erst im September dem Kabinett vorgelegt werden.

Indes unterstützt die Bundesregierung innovative und zukunftsträchtige Start-ups in der Corona-Krise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket. Mit zwei Milliarden Euro soll die Wagniskapitalfinanzierung erweitert werden, wie das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilten.

Corona-Krise: Altmaier erwartet Wirtschaftseinbruch um über acht Prozent pro Monat

Update 14.59 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet in den kommenden Wochen mit einem Absturz der Wirtschaftsleistung. „In einzelnen Monaten im ersten Halbjahr“ sei ein Einbruch um mehr als acht Prozent möglich, sagte Altmaier in Berlin. Die „erheblichen Folgewirkungen“ des Coronavirus genau zu beziffern, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch „unverantwortlich“.

Update 13.14 Uhr: Vertreter der deutschen Autoindustrie haben in einer Telefonkonferenz mit der Bundesregierung darüber beraten, wie die Autobauer und ihre Zulieferer aus dem Corona-Stillstand herauskommen können. Wie das Handelsblatt am Donnerstag berichtete, sprachen die Chefs der Autokonzerne Volkswagen, Daimler, BMW, Opel und Ford am Mittwochabend etwa eine Stunde lang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Ministern.

Die Bänder in den Werken der Autobauer und wichtiger Zulieferer stehen in der Corona-Krise derzeit still. Zehntausende Mitarbeiter sind von Kurzarbeit betroffen, Vertragshändler mussten ihre Verkaufsräume schließen.

Nach Handelsblatt-Informationen sind die deutschen Autobauer „noch einige Monate liquide“, sorgen sich aber um ihre Lieferketten. Demnach „droht vielen Zulieferern schon in den kommenden Wochen der finanzielle Kollaps“. Die Autokonzerne bereiten sich darauf vor, strategisch wichtige Lieferanten im Ernstfall zu schützen, wie die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise berichtete.

Besonders gefährdet sind demnach Betriebe in Italien und Spanien, wo neben den Gesundheitssystemen auch die Wirtschaft besonders schwer vom Coronavirus getroffen ist. Nach Einschätzung der Autobauer seien „großzügige Hilfen“ für beide Länder nötig.

Laut Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten (Donnerstagsausgaben) erstellten der VDA und die Gewerkschaft IG Metall in diesem Zusammenhang ein Forderungspapier an die Regierung. Neben Merkel nahmen laut Handelsblatt auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz, Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an der Telefonkonferenz teil.

Wirtschaft in Corona-Krise: Bayer will möglichen Covid-19-Wirkstoff auch in Europa produzieren 

Update vom 2. April, 11.02 Uhr: Einen Impfstoff gegen die neuartige Coronavirus-Erkrankung Covid-19 auf den Markt zu bringen wird dauern. Schon bald rechnen Experten aber mit einem Medikament. Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer schafft nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin, der im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 scheinbar hilfreich ist. 

Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag im Interview mit dem Handelsblatt an, dass Produktionsanlagen auch in Europa für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem WirkstoffChloroquin angepasst werden sollen. Bisher wird das Mittel, das Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden will, nur an einem Standort in Pakistan hergestellt.

Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. „Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt“, sagte Baumann dem Blatt. Es seien aber weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko zu klären. Diese würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO gestartet.

Corona: Volkswagen verlängert Werksschließung

Update von 21.35 Uhr: Vorgestern kündigte Volkswagen die zehntägige Verlängerung der Werksschließungen in Deutschland an, nun folgt zum ersten Quartalsende des Jahres der nächste Dämpfer. Auf dem US-Markt bekam der niedersächsische Automobilkonzern die Folgen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren.

Mit 75 075 Autos setzten Händler ganze 13 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr ab. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. . Im Zeitraum vom Januar bis Februar stiegen die Verkäufe noch um 9,4 Prozent, doch im März brachen sie aufgrund der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 um 42 Prozent ein. Auch im Absatzmarkt USA stehen die Autofabriken nun still, Autohändler haben geschlossen. Auch die VW-Tochter Porsche verkaufte im ersten Quartal mit 11 994 Autos 20,2 Prozent weniger Fahrzeuge als im Zeitraum des Vorjahres.

Update von 16.55 Uhr: Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat angesichts der Umsatzausfälle infolge der Corona-Pandemie beim Amtsgericht Essen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit.

Wirtschaft in Corona-Krise: Lufthansa schickt 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit - „Ergibt keinen Sinn mehr ...“

Update vom 1. April, 12 Uhr: Der Lufthansa-Konzern operiert weiterhin auf nur rund fünf Prozent seiner früheren Leistung. Die Corona-Krise hat auf internationaler Ebene Flugzeugunternehmen und Reiseveranstalter zuerst getroffen. Jetzt hat der Konzern angekündigt, rund zwei Drittel seiner Belegschaft weltweit in Kurzarbeit schicken. Davon sind insgesamt 87.000 Menschen betroffen. „Aus kommerziellen Gründen ergibt Fliegen zu diesen Zeiten keinen Sinn mehr“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, und hofft auf politische Hilfe.  

Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für die betroffenen Mitarbeiter beantragt worden seien. Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal Business Insider berichtet. Der größte Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135.000 Männer und Frauen.

Betroffen von der Kurzarbeit seien sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Zu den bereits bekannten rund 27.000 Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere große Blöcke bei der Swiss (9500) und der Austrian (7000). Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Bei den Piloten der Lufthansa steht eine Einigung mit der Vereinigung Cockpit noch aus.

Wirtschaft in Corona-Krise: BMW-Maßnahme trifft 20.000 Mitarbeiter

Update vom 31. März , 19.33 Uhr:  Adidas reagiert auf die Corona-Krise und die damit einhergehenden Unsicherheiten mit dem Stopp des Aktienrückkaufprogramms für dieses Jahr. So will der Sportartikelhersteller im derzeitigen Umfeld seine finanzielle Flexibilität erhalten Bereits unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika hatte Adidas eigenen Angaben zufolge am 17. März die erste Tranche seines auf mehrere Jahre angelegten Aktienrückkaufprogramms ausgesetzt. Mit dem jetzigen Beschluss des Vorstands werde das Unternehmen bis zu eine Milliarde Euro, die für den Aktien-Rückkauf vorgesehen waren, nicht einsetzen.

Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass es mit den Betriebsräten an den deutschen Einzelhandelsstandorten zum 1. April eine Vereinbarung zur Reduzierung der Arbeitszeit getroffen habe. Diese sieht demnach unter anderem bezahlten Urlaub, den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit vor. Betroffen von Kurzarbeit sind den Angaben nach aktuell rund 1200 Mitarbeiter.

In Bayern gerät GesundheitsministerinHuml unter Druck - Söder verlangt mehr Tempo und schickt seine Juristen*. 

Wirtschaft in Corona-Krise: BMW-Maßnahme trifft 20.000 Mitarbeiter

Update vom 31. März 2020, 17.51 Uhr: Die schwedische Modekette H&M hat angesichts der Schließung aller Filialen in Deutschland durch die Corona-Krise für fast 20.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld für den Zeitraum vom März bis Mai beantragt. Das teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Das Unternehmen kündigte an, es werde das Kurzarbeitergeld nach einer mit dem Gesamtbetriebsrat abgeschlossenen Vereinbarung im März auf 100 Prozent des Nettogehalts aufstocken, im April und Mai auf 90 Prozent. Auch für Minijobber und Werksstudenten seien Lösungen gefunden worden.

Update vom 31. März 2020, 17.30 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Forderungen nach einer Ausweitung der staatlichen Hilfe in der Coronavirus-Pandemie zurückgewiesen. Jetzt befinde sich Deutschland "im Umsetzungsmodus", sagte Heil am Dienstag in Berlin. "Da sollte man vorsichtig sein mit weiteren finanziellen Zusagen."

Er sage aber zu, "dass ich alle vernünftigen Vorschläge prüfen werde und im Zweifelsfall auf den Gesetzgeber zugehen werde", fügte Heil hinzu. Dies gelte, wenn die Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie länger gälten als bislang angedacht.

Autoindustrie von Coronakrise gebeutelt: VW verlängert Stopp

Update vom 31. März 2020, 17.02 Uhr: Die Auto-Industrie bleibt ein Haupt-Sorgenkind in der Corona-Krise: Volkswagen verlängert die Schließung der Werke seiner Kernmarke in Deutschland wegen der Corona-Pandemie um weitere zehn Tage. Statt wie zuletzt geplant bis zum 9. April soll die Fertigung nun bis zum 19. April ausgesetzt bleiben, hieß es am Dienstag aus dem Unternehmen. Die Unterbrechungen waren schon einmal ausgedehnt worden. VW hat Kurzarbeit für Zehntausende Beschäftigte angezeigt.

Unterdessen haben auch mehrere Großunternehmen bereits ihr Interesse an Staatshilfen bekundet.

Coronavirus und die deutsche Wirtschaft: Auch Brauereien in Not, Staat reagiert

Update vom 31. März 2020, 16.47 Uhr: Der Staat greift den von der Corona-Krise getroffenen deutschen Brauereien unter die Arme: Bund und Länder verständigten sich nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds (DBB) vom Dienstag auf eine bundesweite Stundung der Biersteuer. Die Branche fürchtet eine Insolvenzwelle wegen geschlossener Gaststätten und abgesagte Veranstaltungen, die sich massiv auf den Getränkeabsatz auswirken.

Schätzungen zufolge beläuft sich die vorübergehende Entlastungen für die Brauereien auf 650 Millionen Euro. "Das ist ein wichtiges Signal für die Brauwirtschaft, auch wenn ich betonen muss, dass es sich um eine Stundung der Steuer handelt, nicht um Zuschüsse oder Staatshilfen", erklärte Eichele.

Update vom 31. März 2020, 15.22 Uhr: Deutschlands Brauereien rufen in der Corona-Krise nach finanzieller Unterstützung des Staates, um eine Pleitewelle abzuwenden. "Wir befürchten, dass in den kommenden Wochen eine Vielzahl von Gaststätten und Brauereien wird aufgeben müssen", erklärte Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Viele der bundesweit rund 1500 Bierhersteller seien durch die anhaltende Schließung von Restaurants und Bars in ihrer Existenz gefährdet. Zudem drohe ein Engpass bei der Versorgung der Produzenten mit Leergut.

Viele der mittelständisch geprägten Brauereien erzielen demnach einen Großteil ihres Umsatzes über die regionale Gastronomie. Hinzu kommen laut Eichele Pachtzahlungen und Kredite der Gaststätten, die jetzt zum Teil komplett ausfallen. Überdies seien zehntausende Veranstaltungen abgesagt worden und das Exportgeschäft weitgehend zum Erliegen gekommen.

"Viele Gastronomiebetriebe und viele Brauereien werden diese Krise ohne staatliche Hilfen nicht überstehen", erklärte Eichele. Als erster Familienbetrieb habe unlängst die Wernecker Brauerei in Bayern nach 400 Jahren aufgegeben.

Coronavirus mit langfristigen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft - regionaler und digitaler?

Update vom 31. März, 14.28 Uhr: Die Unternehmensberatung McKinsey rechnet nach der Corona-Krise mit großen Veränderungen in der deutschen Wirtschaft - zu rechnen sei, dass mehr in der Region und auf digitalen Wege geschehe. „Die Unternehmen werden sich mehr absichern“, sagte der McKinsey-Experte für Produktion und Lieferketten, Knut Alicke, am Dienstag in einer Videokonferenz.

In der Autoindustrie zum Beispiel gebe es komplexe Zulieferketten bis zu sechs, sieben Ebenen; Seefracht zwischen Europa und China sei gut einen Monat unterwegs. „Wir erwarten, dass sich sehr viele Unternehmen ihre globalen Lieferketten anschauen und lokalere Strukturen aufbauen“, sagte Alicke. Der Trend, in der Region für die Region zu produzieren - in Osteuropa für Europa, in China für China -, werde sich verstärken. Die Lohnunterschiede zwischen China, Osteuropa und Mexiko seien nicht mehr so groß. Zudem dürften die Lagerbestände größer werden.

Zugleich werde die Digitalisierung der gesamten Wirtschaft nun viel schneller erfolgen. „Wenn es gut geht und die Profitabilität stimmt, will sich niemand verändern. Jetzt wird man gezwungen, über neue Strukturen nachzudenken“, sagte der Berater. Ein großer Gewinner sei der Online-Handel. „Viele Händler bieten ihre Waren jetzt erstmals online an.“ Supermärkte profitierten im Moment von Hamsterkäufen und Panikkäufen von Klopapier, allerdings sei das sei nicht von Dauer, denn „der Bedarf wächst ja nicht“. Die Luftfahrtbranche dagegen dürfte die nur langsame Erholung des Tourismus und den Rückgang der Geschäftsreisen länger spüren.

Coronavirus beeinflusst deutsche Wirtschaft: Auch Altmaier rechnet mit Einbrüchen

Coronakrise trifft deutsche Wirtschaft: 470.000 Betriebe setzen auf Kurzarbeit

Update vom 31. März, 14.25 Uhr: In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil am Dienstag in Berlin. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise seien; damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen.

Coronakrise: BMW-Kurzarbeit trifft 20.000 Mitarbeiter - Auch „Tankstellensterben“ befürchtet

München/Stuttgart - Die Coronakrise trifft viele Zweige des Wirtschaftslebens hart - vom Ladenbesitzer über Kulturschaffende und den Profisport bis hin zur Gastronomie. Schwer leidet aber offenbar auch die Autoindustrie. Aus der für Deutschland so bedeutenden Branche kommen zum Ende des Monats März gleich mehrere schlechte Nachrichten und Hilferufe.

So hat BMW hat für März Kurzarbeit* für knapp 20.000 Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Die meisten von ihnen seien in den Werken Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig beschäftigt, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage mit. 

Corona-Krise stürzt Autobauer in Schwierigkeiten: BMW und Porsche fahren Produktion runter

Der Autobauer hatte die Produktion in seinen europäischen Fabriken bereits vor zwei Wochen gestoppt. Die Bänder sollten zunächst bis zum 19. April stehen. Wegen der Coronakrise ist die Nachfrage nach Autos deutlich zurückgegangen, viele Händler in Europa haben geschlossen, auch viele Zulieferer lassen die Arbeit ruhen.

Fast 20.000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit - betroffen ist auch das Werk in Dingolfing.

Auch anderenorts ruht die Arbeit. Die Werke des Sportwagenbauers Porsche bleiben wegen der Coronavirus-Pandemie mindestens auch kommende Woche komplett geschlossen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage setze man die Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig weiterhin aus, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Es gebe nach wie vor Engpässe bei den globalen Lieferketten, die eine geordnete Produktion nicht zuließen. Porsche hatte Mitte März angekündigt, die Arbeit in den Werken für zunächst zwei Wochen einzustellen. Zudem hat der Autobauer Kurzarbeit für seine Beschäftigten angemeldet.

Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen: „Tankstellensterben“ befürchtet

Aber auch Tankstellenbetreiber in Deutschland befinden sich nach Angaben ihres Verbands aufgrund der Coronavirus-Krise in einer hochdramatischen Situation. Wenn wegen Ausgangsbeschränkungen die Leute weniger tanken, könnte dies die Betreiber schnell an den Rand der Existenz bringen, sagte ein Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Ein, zwei Wochen seien gerade noch zu verkraften. „Aber drei, vier Wochen oder gar mehr kann so ein kleiner Tankstellen-Betreiber nicht wegschlucken.“

Die Betreiber sind nach Angaben des Verbands meist nur Pächter der Tankstellen. Eigentümer sind hingegen große Mineralölgesellschaften wie Shell oder Total. Der Verband fordert aufgrund der aktuellen Situation, die Pacht auf null zu setzen. Zudem soll der Staat mit einem sofortigen Betriebskostenzuschuss helfen. „Denn sonst haben wir ein Tankstellensterben, und zwar innerhalb der nächsten Monate“, sagte der Sprecher.

Coronavirus: Bundesregierung soll Autohäusern helfen - derzeit Auto-Übergaben schwierig

Die Autobranche fordert die Politik angesichts der Coronavirus-Krise zugleich dazu auf, betroffenen Autohändlern zu helfen. „Bundesweit steht der Automobilhandel derzeit vor massiven Problemen“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Appell des Verbands der Automobilindustrie, des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller sowie des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Demnach sollen Bund, Länder und Kommunen rasch handeln, um „Insolvenzen und Job-Verluste im Kfz-Handel abzuwenden“.

Weil Zulassungsstellen nur noch eingeschränkt oder gar nicht geöffnet seien, könnten Händler Autos nicht zulassen, heißt es in dem Appell. Bereits zugelassene Fahrzeuge könnten zudem wegen unterschiedlicher Regelungen nicht in jedem Bundesland an die Käufer übergeben werden. „Eine Lösung könnte darin bestehen, dass Fahrzeugübergaben ohne jeglichen nahen Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer erfolgen.“ Die Verbände forderten, Übergaben bundesweit einheitlich zu ermöglichen.

Coronavirus: VW-Chef Diess hat noch Hoffnung für 2020

Doch es gibt offenbar auch Hoffnungsschimmer. Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess will das Geschäftsjahr trotz der Corona-Krise noch nicht völlig abschreiben. Ob der Konzern seine Gewinnziele für 2020 erreiche, sei erst dann wirklich abzuschätzen, wenn die Dauer des „Shutdowns“ abzusehen sei, sagte Diess in einem am Dienstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. 

„Wenn man davon ausgeht, dass man die Krise ähnlich schnell behandelt wie China, dann kann man sicherlich auch mit einem blauen Auge davonkommen“, sagte Diess. „Wenn man natürlich davon ausgeht, dass wir hier monatelang einen Shutdown haben, dann wird's schon schwierig.“ Die Volksrepublik hat am Dienstag allerdings einen fragwürdigen Kniff bei ihren Statistiken zu Corona-Fallzahlen eingeräumt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat unterdessen zusammen mit Finanzminister Olaf Scholz die Schritte zur Eindämmung der wirtschaftlichen Probleme im Land erläutert.

In Deutschland wird über eine Handydaten-Überwachung debattiert - ein Virologe warnt vor einer „Pseudo-Sicherheit“ und spricht von „hellem Wahnsinn“.

dpa/fn

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Sven Hoppe

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