Der tatsächliche Grund ist plausibel

„Muslimischer Woolworth“? Wirbel um Weihnachtsartikel

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Ein Woolworth in Dortmund verkauft keine Weihnachtsartikel mehr.

Dortmund - Eine Dortmunder Filiale von Woolworth hat kurz vor Weihnachten keine Weihnachtsartikel mehr im Sortiment. Eine angebliche Aussage der Kassiererin sorgt für Wirbel.

Zur Vorweihnachtszeit quillt jedes Geschäft über mit Weihnachtsartikeln: Schokolade, Deko, Karten. Alles von verschiedenen Herstellern in zigfacher Ausführung. Doch nicht so im Woolworth in der Dortmunder Nordstadt.

Dort hat die Filiale sämtliche Weihnachtsartikel aus dem Angebot genommen. Als eine Kundin nachfragte, wieso, soll eine Kassiererin laut Bild-Zeitung geantwortet haben: „Wir sind ein muslimisches Geschäft, wir wollen keine Weihnachtsartikel verkaufen.“

Ob die Antwort ironisch oder ernsthaft war, oder überhaupt so fiel, kann nicht belegt werden. Klar ist, dass sich viele über diesen angeblich gesagten Satz echauffiert haben. Klar ist aber auch, dass mit ein wenig Recherche deutlich wird, dass die Aussage der Kassiererin Quatsch ist. Woolworth ist in Besitz der HH Lizenz GmbH und der B.H. Holding GmbH. An beiden sitzt Jost Stefan Heinig mit seinem Sohn Benajmin an der Spitze. Heinig gründete im Jahr 1994 das Billigtextilunternehmen KiK, und nichts deutet darauf hin, dass er oder sein Sohn zum Islam konvertiert sind.

„Woolworth selbstverständlich keine muslimische Firma“

Der Sitz in Deutschland von Woolworth ist in Bönen. Unternehmenssprecherin Diana Preisert bestätigte der Bild-Zeitung: „Woolworth ist selbstverständlich keine muslimische Firma. Weihnachtsware ist bei uns ab September im Angebot und sollte bis Ende Dezember abverkauft sein. In dieser Filiale war die Nachfrage aber zu gering. Deshalb wurde die Ware auf andere Filialen verteilt.“

Also war es eine marktwirtschaftliche Entscheidung der Filialleitung, den Platz gewinnbringend zu nutzen. Seda Capakcur, die den Laden in Nordstadt führt, sagte: „Schon im letzten Jahr ist alles liegen geblieben.“ Die Katastrophe für jeden Betriebswirt.

Ein Grund für die schlechte Nachfrage ist die geringe Anzahl an Christen, die in der Nähe der Filiale wohnen, erklärt Preisert. Nach Angaben der Stadt sollen über 70 Prozent der Bevölkerung in Dortmund Nordstadt weder katholisch noch evangelisch sein. Atheisten, Muslime, Juden und andere Konfessionen kaufen selten Weihnachtsartikel.

sap

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