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Dax gibt nach

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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. © Fredrik von Erichsen/dpa

Die Furcht vor steigenden Zinsen hat die Anleger am Freitag in die Defensive getrieben. Angesichts der hohen Inflation und konjunktureller Risiken kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit fast sieben Jahren.

Frankfurt/Main - In den USA stehen die Signale klar auf Zinserhöhungen. Hinzu kommt mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich am Sonntag ein weiterer Risikofaktor. Ein Sieg der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen könne „zu erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen“, warnte die Landesbank Helaba.

Der Dax büßte nach zwei starken Börsentagen 2,48 Prozent auf 14.142,09 Punkte ein. Damit waren die zwischenzeitlichen Gewinne auf Wochensicht wieder Makulatur. Auch in der zweiten Börsenreihe gaben die Aktienkurse nach: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 2,05 Prozent auf 30.800,16 Zähler.

Als besonders stark von steigenden Zinsen betroffen gelten technologielastige Wachstumswerte. Vor diesem Hintergrund waren deutsche Online-Unternehmen wie Delivery Hero, Zalando oder Hellofresh mit bis zu minus 5,7 Prozent unter den Verlierern im Dax.

Die bislang gut verlaufene Saison der Quartalsberichte brachte vor dem Wochenende gemischte Nachrichten: Die ebenfalls dem Tech-Sektor zugerechneten SAP-Aktien verloren wegen einer enttäuschenden Gewinnmarge zwei Prozent.

Doch es gab auch bessere Nachrichten: Der Handelskonzern Metro blickt positiver auf das laufende Geschäftsjahr, was der Aktie einen Kursgewinn von gut fünf Prozent verschaffte.

Ein optimistischer Ausblick des schweizerischen Baustoffkonzerns Holcim zog die Aktien des Zementherstellers Heidelbergcement mit nach oben. Mit plus 0,8 Prozent waren die Papiere der einzige Gewinner unter den 40 Dax-Aktien.

Covestro waren im Leitindex nur optisch das Schlusslicht, denn die Titel des Kunststoffkonzerns wurden ex Dividende gehandelt. Gleiches galt für den Autozulieferer Schaeffler im SDax.

Nach einem frühen Kurssprung der Adler Group um 20 Prozent nach oben schmolz der Gewinn zum Handelsschluss auf ein mageres Prozent ab. Das Ergebnis der Untersuchung durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG sorgte bei den Anlegern zunächst für Erleichterung. Die Immobiliengruppe sieht sich nun von Vorwürfen des systematischen Betrugs entlastet. Nach dem anfänglichen Kurssprung nahmen die Anleger jedoch wieder Gewinne mit.

Europaweit gerieten die Börsen vor dem Wochenende unter Druck. Der EuroStoxx 50 büßte 2,24 Prozent auf 3840,01 Punkte ein. Einen ähnlich hohen Verlust verbuchte der französische Cac 40, beim Londoner FTSE 100 fiel das Minus etwas geringer aus. In New York gab der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss ebenfalls deutlich nach.

Am Devisenmarkt rutschte der am Vortag sehr gefragte Euro am Abend auf 1,0785 US-Dollar ab. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0817 (Donnerstag: 1,0887) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9245 (0,9185) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,79 Prozent am Vortag auf 0,83 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,24 Prozent auf 135,81 Punkte. Der Bund-Future sank am Abend um 0,29 Prozent auf 153,30 Punkte. dpa

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