Börse in Frankfurt

Handelskrieg mit neuer Wucht zurück: Dax schließt im Minus

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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Neue Vergeltungszölle Chinas und eine von den USA daraufhin angekündigte Reaktion haben vor dem Wochenende den Handelskrieg wieder in die Mitte des Börsenparketts gerückt.

Der Dax beendete den Freitagshandel auf seinem Tagestief mit 11.611,51 Punkten und einem Minus von 1,15 Prozent. Damit rutschte der Leitindex wieder unter die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Auf Wochensicht reichte es für den Dax noch für ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss am Freitag 0,81 Prozent tiefer auf 25.039,94 Zählern und damit ebenfalls auf Tagestief.

US-Präsident Donald Trump will noch an diesem Freitag auf die kurz zuvor von China angekündigten Vergeltungszölle antworten. Für die USA sei dies eine große Chance, die USA bräuchten China nicht, hatte Trump bereits getwittert. In den USA ging daraufhin der Leitindex Dow Jones Industrial in die Knie. Zum europäischen Handelsschluss notierte er gut eineinhalb Prozent tiefer. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,17 Prozent. Ähnlich hoch fiel das Minus für den Pariser Cac 40 aus, während der Londoner FTSE 100 nur um ein knappes halbes Prozent nachgab.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Zentralbank-Chef Jerome Powell auf dem Notenbanker-Symposium im amerikanischen Jackson Hole geriet angesichts der neuen Eskalation im Handelskonflikt fast in den Hintergrund. Mit Blick auf den Dax hatte die Rede allenfalls stützende Wirkung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft, sie befinde sich aber insgesamt in einem recht guten Zustand, so der Fed-Chef. "Seine Rede hat keine neuen Erkenntnisse geliefert", kommentierte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

China hatte angekündigt, man wolle zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Im Dax gingen Autowerte wie Daimler, BMW und Volkswagen, die unter dem US-chinesischen Handelskonflikt besonders leiden, auf Talfahrt mit Verlusten von teils mehr als 3 Prozent.

Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co hatten am Vormittag im Nebenwerte-Index SDax nach Spekulationen über eine Übernahme zeitweise um fast 18 Prozent angezogen und gingen mit plus 7,13 Prozent aus dem Handel. Nach der Absage der Fusion mit Tata Europe Steel prüft Thyssenkrupp laut "Handelsblatt" nun die Übernahme des Stahlhändlers. Thyssenkrupp drehten am Nachmittag mit dem Dax ins Minus und verloren 0,72 Prozent.

Auch Halbleiterwerten setzte die neue Auseinandersetzung zwischen China und den USA wieder zu. Infineon verloren im Dax 2,76 Prozent, Siltronic im MDax 7,69 Prozent. Ein positives Votum der Baader Bank half hingegen in dem Mittelwerte-Index den Papieren des IT-Dienstleisters Bechtle zu einem Plus von 1,56 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,66 Prozent am Vortag auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 146,68 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,31 Prozent auf 178,64 Punkte. Der Euro rückte vor und wurde zuletzt mit 1,1130 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1065 (Donnerstag: 1,1083) US-Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9038 (0,9023) Euro gekostet.

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