Börse in Frankfurt

Verunsicherung über Trumps Politik belastet den Dax

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Frankfurt/Main - Die Anleger haben Mühe, sich auf den neuen US-Präsidenten einzustellen. Hatten in der Vorwoche noch Hoffnungen auf eine wirtschaftsfreundliche Politik dominiert, nehmen nun die Sorgen angesichts der Einreiseverbote zu.

Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Politik unter dem neuen Präsidenten Donald Trump hat am Montag den Börsenhandel dominiert. Nach einem guten Lauf in der vergangenen Woche fiel der Leitindex Dax im frühen Handel um 0,68 Prozent auf 11 734,30 Punkte.

Auch die anderen Indizes zeigten sich am Morgen schwächer. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax sank zuletzt um 0,67 Prozent auf 22 727,24 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab um 0,43 Prozent auf 1849,63 Punkte nach. In Großbritannien und Frankreich sah es genauso aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,86 Prozent.

In der Vorwoche hatte zunächst die Hoffnung auf eine noch stärkere Belebung der US-Wirtschaft unter Trump die Börsen jenseits wie diesseits des Atlantiks weiter nach oben getrieben, bis ihnen am Freitag die Kraft ausgegangen war. Der Dax hatte dennoch auf Wochensicht um knapp 1,6 Prozent zugelegt.

Erhoffter Schub durch Trumps Wirtschaftsmaßnahmen könnte ausbleiben

Doch nun mehren sich wieder die Bedenken. Die Einwanderungspolitik Trumps, der ein Einreiseverbot für viele Muslime erlassen hat, nähre Sorgen über mögliche zunehmende Spannungen auch mit Blick auf den internationalen Handel, sagte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Zudem nimmt bei Ökonomen die Skepsis zu, ob die von Trump angekündigten Maßnahmen für mehr Wirtschaftswachstum in den USA wirklich den erhofften Schub bringen können.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt gaben die Aktien der Allianz überdurchschnittlich um 1,39 Prozent nach. Der Versicherer ist laut „Handelsblatt“ am australischen Branchenkollegen QBE interessiert. Auf Anfrage von dpa-AFX teilte die Allianz mit, sie beteilige sich nicht an Marktgerüchten. Bei QBE hieß es, es gebe „keine konkreten Fusionsgespräche“ mit den Deutschen.

Ausblick schwächer als erhofft

Die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius sanken nach der Vorlage der vorläufigen Bilanz um 0,84 Prozent. Die Eckzahlen für 2016 hätten in etwa den Erwartungen entsprochen, allerdings sei der Ausblick etwas schwächer als erhofft, sagte ein Händler.

Ansonsten waren es vor allem Analystenkommentare, die bewegten. Die Versorger Eon und RWE gaben als Schlusslichter im Dax um jeweils fast 2 Prozent nach. Laut Händlern hat sich die Investmentbank RBC Capital negativ zu Eon-Aktien geäußert. Die Papiere von LEG Immobilien zählten hingegen im MDax mit knapp 2 Prozent zu den Favoriten. Top-Wert im TecDax waren mit plus 4,61 Prozent die Anteilsscheine der Software AG.

dpa

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