Börse in Frankfurt

Dax knickt ein - US-Angriff treibt Anleger in die Flucht

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Eine deutlich zugespitzte geopolitische Lage im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag klar ins Minus befördert.

Nach der Tötung eines ranghohen iranischen Generals durch die US-Streitkräfte herrschte an den Weltbörsen die Unsicherheit vor, ob es zu einer militärischen Eskalation in der Region kommen wird. Noch glaube die Mehrheit der Akteure nicht an einen gewaltsamen Konflikt, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Dennoch hätten sich die vorsichtigen Anleger vor dem Wochenende zurückgezogen.

Der Dax verlor in der Spitze 2 Prozent an Wert, konnte sich jedoch am Nachmittag über der Marke von 13.200 Punkten stabilisieren. Letztlich verlor der Leitindex 1,25 Prozent auf 13.219,14 Zähler. Daraus resultiert für die abgelaufene Woche ein Minus von rund 0,9 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss am Freitag 0,55 Prozent tiefer bei 28.451,33 Punkten.

An den wichtigsten europäischen Börsenplätzen wirkte sich der Konflikt hingegen weit weniger dramatisch aus. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um rund 0,5 Prozent. Die Leitindizes der Börsen in Paris und London gingen sogar mit leichten Gewinnen aus dem Handel. In den USA lag der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 0,7 Prozent im Minus.

Vor allem Airline-Aktien, die erfahrungsgemäß besonders sensibel auf geopolitische Spannungen reagieren, wurden europaweit verkauft. Dies umso mehr, als die deutlich gestiegenen Ölpreise die Treibstoffkosten der Fluggesellschaften erhöhen. So sackten die Titel der Lufthansa als klares Schlusslicht im Dax um 6,5 Prozent ab. Im frühen Handel hatten sie den tiefsten Stand seit Oktober 2019 erreicht.

In ihrem Sog verloren die Titel von Fraport 3,8 Prozent. Hier belastete zudem die Aussicht auf düstere Zeiten für Deutschlands Flughäfen. Diese müssen sich nach Einschätzung ihres Verbandes im laufenden Jahr auf weniger Passagiere einstellen.

Die Papiere von Grenke fielen als schwächster Wert im MDax um 4,4 Prozent. Der IT-Vermieter und Finanzdienstleister habe beim Anstieg des Neugeschäfts nur das untere Ende der für das abgelaufene Jahr angepeilten Spanne erreicht, schrieb ein Analyst. Nach der jüngsten Kursrally seien die Aktien zudem recht hoch bewertet.

Der Eurokurs notierte zuletzt bei 1,1174 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1147 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8971 Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,20 Prozent am Vortag auf minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,44 Prozent auf 144,16 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,59 Prozent auf 172,13 Punkte vor.

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