Börse in Frankfurt

EZB-Zinsentscheid lässt den Dax kalt

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). 

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank halten an ihrem Kurs fest. An der Frankfurter Börse bringt das kaum Bewegung. An einem ruhigen Tag sorgen vielmehr Analystenkommentare bei einzelnen Aktien für Bewegung.

Der deutsche Aktienmarkt hat kaum auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Die Währungshüter lassen sich trotz der anziehenden Inflation nicht von ihrem Billiggeld-Kurs abbringen.

Zuletzt stand der Dax 0,08 Prozent höher bei 11 608,38 Punkten. Damit kam der wichtigste deutsche Aktienindex weiter nicht von der Stelle. Seit Jahresbeginn pendelt er in einer engen Spanne um die Marke von 11 600 Punkten - ähnlich wie das US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial, das sich seit Wochen vergeblich müht, erstmals die 20 000-Punkte-Schwelle zu überwinden.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg am Nachmittag um 0,05 Prozent auf 22 641,77 Zähler, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,44 Prozent auf 1830,45 Punkte sank. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,10 Prozent auf 3297,41 Punkte nach oben.

Europas Währungshüter halten die Geldschleusen im Euroraum trotz steigender Inflation weit geöffnet. Der EZB-Rat beließ bei seiner Sitzung den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent. Erst im Dezember hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere um neun Monate bis mindestens Ende 2017 ausgedehnt. Von April an will die Notenbank allerdings monatlich nur noch 60 Milliarden Euro statt 80 Milliarden Euro in den Markt pumpen.

Kursbewegende deutsche Unternehmensnachrichten waren heute dünn gesät. Im MDax profitierten die Aktien des Triebwerkbauers MTU mit plus 1,23 Prozent von einer angekündigten Übernahme in der Branche. Der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran will den heimischen Zulieferer Zodiac Aerospace schlucken. Der gebotene Kaufpreis liegt gut ein Viertel über dem Zodiac-Schlusskurs vom Vortag.

Die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank zogen nach Beginn der EZB-Pressekonferenz um 3,78 beziehungsweise 1,31 Prozent an - damit belegten sie die beiden ersten Plätze im Dax.

Ansonsten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Thyssenkrupp-Titel waren nach zwei Abstufungen mit minus 1,35 Prozent größter Verlierer im Dax. Sowohl die US-Investmentbank Morgan Stanley als auch das Analysehaus Warburg Research strichen ihre Kaufempfehlungen.

Dagegen gewannen die Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF 0,94 Prozent, womit sie zu den Favoriten der Anleger zählten. Die US-Bank JPMorgan rät nun zur Übergewichtung, da sich die Branchenaussichten merklich aufgehellt hätten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,09 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,24 Prozent auf 142,00 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 162,94 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0614 US-Dollar gehandelt. Am Mittwoch hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0664 Dollar festgesetzt.

Kurse der Deutschen Börse

dpa

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