Hart umkämpfter Markt

Delivery Hero könnte an der Börse eine Milliarde einsammeln

+
Delivery Hero ist Weltmarktführer für Online-Essensbestellungen. Das Unternehmen betreibt Bestell-Plattformen in 24 Ländern. Foto: Jens Kalaene

Immer mehr Menschen lassen sich Essen aus dem Restaurant nach Hause bringen. Davon profitieren Lieferdienste. Nun wagt sich das Berliner Schwergewicht Delivery Hero an die Börse - mit großen Zielen.

Berlin (dpa) - Der Börsengang des Essens-Lieferdiensts Delivery Hero (Lieferheld, Pizza.de, Foodora) könnte bis zu einer knappen Milliarde Euro schwer werden.

Von dem Geldsegen profitiert nicht zuletzt der größte Anteilseigner: Rocket Internet. Die Start-up-Schmiede hält gut ein Drittel der Anteile. Insgesamt wird Delivery Hero beim Börsengang mit bis zu 4,4 Milliarden Euro bewertet und damit deutlich höher als jüngst spekuliert. Dabei schrieb der Lieferdienst wegen der Kosten für seinen rasanten Wachstumskurs bis zuletzt hohe Verluste.

Delivery Hero will bis zu rund 39 Millionen Aktien für einen Preis von 22,00 bis 25,50 Euro platzieren, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Sollten alle Papiere zum oberen Ende der Spanne platziert werden, würde der Börsengang ein Volumen von fast 996 Millionen Euro haben. Die Papiere sollen erstmals am 30. Juni gehandelt werden.

Der heutige Vorstandschef Niklas Östberg hatte Delivery Hero 2011 gegründet. Mittlerweile arbeiten mehr als 6000 Menschen für das Unternehmen, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist. Wichtigste Märkte sind Europa, Asien sowie der Nahe Osten.

Die Berliner Gesellschaft hatte vielfach lokale Wettbewerber übernommen und ist daher in den einzelnen Ländern unter verschiedenen Namen bekannt. In Deutschland können Kunden über Lieferheld, Pizza.de und Foodora bestellen. Zubereitet wird das Essen dabei vom Restaurant um die Ecke, Delivery Hero übernimmt die Abwicklung der Bestellung und wahlweise auch die Lieferung an den Kunden. Dafür bekommt das Unternehmen vom Restaurant einen Anteil an den Einnahmen.

Der Markt der Essenslieferdienste ist hart umkämpft. Hierzulande gehören Deliveroo und Lieferando zu den großen Rivalen. Branchenbeobachter erwarten aber, dass immer mehr Menschen sich Essen nach Hause bestellen und der Markt wächst.

Altaktionäre wollen sich bei dem Börsengang von bis zu knapp 20,1 Millionen Anteilen trennen. Zudem sollen 18,95 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung am Markt platziert werden. Dieses Geld fließt dem Unternehmen für den Ausbau des Geschäfts zu. Gemessen an der Preisspanne werden dies bis zu 483 Millionen Euro sein.

Ein erfolgreicher Börsengang von Delivery Hero wäre eine gute Nachricht für Rocket Internet. Die Beteiligungsgesellschaft hatte im Herbst den geplanten Börsengang des Lebensmittel-Versenders Hello Fresh auf Eis gelegt. Delivery Hero alleine hat seinen Umsatz 2016 auf 297 Millionen Euro fast verdoppelt. Jedoch fiel ein Verlust von 195 Millionen Euro an nach einem Minus von 253 Millionen Euro 2015.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de

Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de

Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse

Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse

Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus

Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.