150 Unternehmen betroffen

Deutsche Börse stellt Handel mit Cannabis-Aktien ein

In Deutschland dürfen Ärzte seit dem 10. März 2017 medizinisches Cannabis verschreiben, etwa für Schmerztherapien. Das hatte der Branche einen Schub gegeben. Foto: Gareth Fuller/PA Wire
+
In Deutschland dürfen Ärzte seit dem 10. März 2017 medizinisches Cannabis verschreiben, etwa für Schmerztherapien. Das hatte der Branche einen Schub gegeben. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

Frankfurt/Luxemburg (dpa) - Empfindlicher Dämpfer für die zuletzt im Höhenrausch befindliche Cannabis-Branche in Europa: Die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream wird Ende September den Handel mit Aktien von Unternehmen, die Cannabis produzieren oder dessen Herstellung finanzieren, einstellen.

«Clearstream Banking SA hat in seiner Funktion als Zentralverwahrer von seiner lokalen Aufsichtsbehörde in Luxemburg CSSF Leitlinien für den Umgang mit Cannabis/Marihuana-bezogenen Wertpapieren erhalten», bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Börse einen «Handelsblatt»-Bericht. «Diese Vorgaben führen dazu, dass Clearstream keine neuen Zulassungs- oder Annahmeanträge annehmen kann.» Der Handel in diesen Wertpapieren werde daher mit Ablauf des 28. September 2018 eingestellt. Betroffen sind knapp 150 Unternehmen.

In Luxemburg ist der Besitz und Konsum von Cannabis/Marihuana illegal. Auch der medizinische Einsatz von Cannabis, zum Beispiel bei Schmerzpatienten, ist anders als in Deutschland dort noch verboten. In Deutschland dürfen Ärzte seit dem 10. März 2017 medizinisches Cannabis verschreiben, etwa für Schmerztherapien. Das hatte der Branche einen Schub gegeben. Doch Hanf hat einen zweifelhaften Ruf, darum sind solche Anwendungen nicht unumstritten.

Mitteilung Clearstream

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Engpass in Türkei: Siemens auf eigenen Strom angewiesen
Wirtschaft

Engpass in Türkei: Siemens auf eigenen Strom angewiesen

Die Gasversorgung in der türkischen Industrie läuft derzeit nur auf Sparflamme. Die Folge: Stromausfälle. Dort agierende deutsche Unternehmen wie Siemens leiden …
Engpass in Türkei: Siemens auf eigenen Strom angewiesen
US-Notenbank Fed: Entscheidung über Leitzins gefallen
Wirtschaft

US-Notenbank Fed: Entscheidung über Leitzins gefallen

Mit Spannung erwartet wurde die Entscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend zur Zinspolitik. Der Leitzins soll bald wieder erhöht werden.
US-Notenbank Fed: Entscheidung über Leitzins gefallen
„Der totale Kollaps“: Verbandschef fürchtet mögliche Folgen einer Impfpflicht
Wirtschaft

„Der totale Kollaps“: Verbandschef fürchtet mögliche Folgen einer Impfpflicht

Die Impfpflicht an sich befürwortet Gesamtmetall-Chef Wolf. Doch die Folgen für die deutsche Industrie könnten seiner Ansicht nach verheerend sein.
„Der totale Kollaps“: Verbandschef fürchtet mögliche Folgen einer Impfpflicht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.