Verband lobt Regierung

Deutsche Seehäfen warten auf Wachstum

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In den ersten sechs Monaten des Jahres hat sich der Güterumschlag der deutschen Seehäfen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent verringert. Foto: Daniel Reinhardt

Die goldenen Jahre der deutschen Seehäfen mit zweistelligen Wachstumsraten sind vorbei. Doch auch mit bescheideneren Perspektiven erwarten die Häfen eine gute Zukunft.

Hamburg (dpa) - Die deutsche Hafenwirtschaft stagniert. Dennoch fällt der Ausblick in die Zukunft durchaus zuversichtlich aus. "Wir sehen Stabilität trotz schwieriger Bedingungen", sagte Klaus-Dieter Peters, der scheidende Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS).

"Wir haben es mit konjunkturellen Schwankungen zu tun, nicht mit strukturellen Dauerproblemen wie in der krisengeplagten Schifffahrt.", sp Peters in Hamburg. Vor allem das abnehmende Wachstum in China und die schrumpfende russische Wirtschaft sowie Engpässe bei der Infrastruktur machen den Häfen zu schaffen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres verringerte sich der Güterumschlag der deutschen Seehäfen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf knapp 149 Millionen Tonnen. Im zweiten Halbjahr zeichne sich jedoch bereits eine Belebung ab. "Langfristig stehen die Zeichen in der Gesamtbetrachtung aller Ladungsarten weiterhin auf Wachstum", sagte Peters. Für die nächsten Jahre sei mit einem Plus von drei bis vier Prozent zu rechnen.

Im Gegensatz zu früheren Jahren loben die Hafenbetriebe die aktuelle Politik der Bundesregierung. Die Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur würden deutlich hochgefahren, sagte Peters. Das neue nationale Hafenkonzept unterstreiche die herausragende Bedeutung der Häfen für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Nun komme es darauf an, die geplanten Investitionen auch umzusetzen und die Mittel abzurufen. Dazu müssten Bund und Länder mehr Bau- und Planungsingenieure einstellen.

Ganz oben auf der Tagesordnung steht bei den Häfen das Thema Digitalisierung, das auch bei der nächsten Nationalen Maritimen Konferenz im April in Hamburg im Fokus sein wird. "Das Internet der Dinge und der Hafen 4.0 werden längst gelebt", sagte Peters. "Aber das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft."

Der ZDS vertritt fast 180 Betriebe an 22 Standorten an Nord- und Ostsee. In den 16 bedeutendsten Seehäfen arbeiten rund 13 000 Hafenarbeiter, davon knapp 6000 in Hamburg. Die Mitgliederversammlung des Verbandes wählte Frank Dreeke, den Chef der Bremer BLG Logistics Group, zu ihrem neuen Präsidenten. Der bisherige Chef Peters kandidierte nicht mehr, da er zum Jahresende als Vorstandsvorsitzender des Hamburger Hafenkonzerns HHLA aufhört.

Mitteilung ZDS

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