Risiken im neuen Jahr

Deutsche Top-Unternehmen steigern Gewinne auf Rekordniveau

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Verantwortlich für das starke Gewinnplus der deutschen Top-Unternehmen waren Ergebnissprünge bei Schwergewichten wie der Deutschen Telekom. Foto: Oliver Berg

Weniger Umsatz, aber mehr Gewinn: Deutschlands führende Unternehmen sind 2016 insgesamt profitabler geworden und haben Rekordgewinne erzielt. Vor allem die Autobauer verdienten gut. Doch die Aussichten für das kommende Jahr sind durchwachsen.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands führende Unternehmen haben in den ersten neun Monaten des Jahres trotz Umsatzrückgängen Rekordgewinne erzielt. Die 100 umsatzstärksten börsennotierten Firmen steigerten ihren operativen Gewinn (Ebit) gemessen am Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf insgesamt 89,5 Milliarden Euro.

Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY hervor. Dies sei ein neuer Höchststand für die ersten drei Quartale eines Jahres. Die höchsten Gewinne erzielten demnach Autokonzerne.

Zwar fielen demnach die Gesamtumsätze der Unternehmen um 2,7 Prozent auf 1,2 Billionen Euro. Doch dank Effizienzzuwächsen blieb bei den Firmen mehr davon als Gewinn hängen. So kletterte die durchschnittliche Marge von 5,9 auf 7,4 Prozent. Wegen der guten Geschäfte stellten die Unternehmen mehr Menschen ein. Die Beschäftigung stieg um 1,9 Prozent auf 4,8 Millionen Mitarbeiter.

Verantwortlich für das starke Gewinnplus seien ferner Ergebnissprünge bei den Schwergewichten Eon, VW und Deutsche Telekom, sagte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Zudem hatte es im Vorjahr einen Gewinnrückgang gegeben. Die Messlatte für die Firmen lag daher nun niedriger. Banken, Versicherungen und Beteiligungsgesellschaften wurden in der Studie nicht berücksichtigt.

Zugleich setzten einigen Firmen sinkende Umsätze zu. Gerade Energieversorger und Chemieunternehmen verzeichneten starke Einbußen. Zudem hätten die Unternehmen in den ersten neun Monaten 2016 nicht mehr von einem günstigen Eurokurs profitiert. "Nachdem viele Unternehmen im Vorjahr noch massiv von Währungseffekten profitieren konnten, fiel der schwache Euro in diesem Jahr als Umsatzturbo aus", sagte Meyer. Dennoch steigerten 52 Prozent der Firmen den Umsatz, gerade in den Branchen IT und Einzelhandel.

Für die Geschäftsaussichten im kommenden Jahr ist Meyer skeptisch. Zwar dürfte der zuletzt wieder stark gefallene Euro den Unternehmen helfen. Doch zugleich gebe es politische Risiken wie den Kurs des künftigen US-Präsidenten Donald Trump und wichtige Wahlen in Europa. "Auch dürften erst im kommenden Jahr die konkreten wirtschaftlichen Folgen der Brexit-Entscheidung der Briten sichtbar werden."

In der Analyse der gewinnträchtigsten Unternehmen dominieren die Autobauer. Auf Platz eins liegt Daimler mit einem Ebit von 9,4 Mrd. Euro vor VW (8,6), Deutsche Telekom (8,2), BMW (7,5) und Bayer (6,2). Beim Umsatz belegen die Autobauer die drei Spitzenplätze.

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