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Deutsche Wirtschaft startet mit Sorgenfalten ins Jahr

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Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Foto: Christina Sabrowsky

So gut wie jetzt war die Geschäftslage seit fünf Jahren nicht mehr, sagen die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen. Der Ausblick allerdings hat sich eingetrübt - wobei das Bild noch widersprüchlich ist.

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft läuft weiter auf Hochtouren - aber für das kommende Halbjahr sind die Unternehmen deutlich skeptischer.

Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex sank deshalb von 111,0 auf 109,8 Punkte. Volkswirte erklärten dies mit wachsenden Sorgen wegen des Brexits und der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Die rund 7000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage im Januar zwar hervorragend ein: Der Teilindex stieg um 0,2 auf 116,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 2011. Aber die Firmen zeigten sich für die kommenden Monate deutlich vorsichtiger - der Erwartungsindex fiel um 2,3 auf 103,2 Punkte.

Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe sprach von einem "kleinen Stimmungsdämpfer", der nicht überbewertet werden sollte. Es herrsche Ungewissheit, aber "in allen Branchen ist das Niveau sehr gut". In der Industrie sei die Kapazitätsauslastung gestiegen, die Firmen seien noch zufriedener mit ihrer aktuellen Lage.

Auch die Produktionserwartungen und die kurzfristigen Exporterwartungen für die nächsten drei Monate hätten zugelegt, sogar in der Automobilbranche. Für die nächsten sechs Monate allerdings seien die Geschäftserwartungen in den wichtigen Industriebranchen merklich weniger optimistisch.

Im Handel war die Geschäftslage nicht mehr so gut, auch der Ausblick war verhalten. Auf der anderen Seite steige die Bestellaktivität im Groß- wie im Einzelhandel, sagte Wohlrabe. Im Baugewerbe wurde die Lage weiterhin als hervorragend beurteilt, aber der Optimismus ging zurück - "eine kleine Korrektur" nach der Rekordjagd der letzten Monate, sagte der Konjunkturforscher.

Der Chefvolkswirt der KfW-Bank, Jörg Zeuner, sagte: "Die hohe Auslastung der Firmen sollte eigentlich für gute Laune in den Chefetagen sorgen" - aber "die Risiken aus Brexit und amerikanischer Isolationspolitik sind hoch". Obwohl die deutsche Wirtschaft gut laufe, investierten die Unternehmen nur vorsichtig.

Sein Kollege Jörg Krämer von der Commerzbank sagte: "Ein solcher Rücksetzer ist nach den starken Anstiegen der Vormonate nicht ungewöhnlich - zumal mittlerweile mit dem Protektionismus die Schattenseiten der Trumpschen Wirtschaftspolitik sichtbarer geworden sind. Trotzdem zeigt der Trend bei Ifo, dem Einkaufsmanagerindex und den Auftragseingängen noch immer klar nach oben." Die deutsche Wirtschaft dürfte auch im ersten Quartal ordentlich wachsen.

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