Autonome Mobilität

Aus für Taxifahrer? Deutscher Luxus-Autobauer kündigt Robotaxis für 2021 an

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Taxifahrer bei einer Demonstration gegen neue Shuttle-Dienste in München. Ab 2021 werden sie sich auf noch mehr Konkurrenz durch Robotaxis einstellen müssen.

Die Entwicklung selbständig fahrender Autos ist im vollen Gange. Nun schickt sich ein deutscher Autobauer an, den Personenbeförderungsverkehr ab 2021 mit dem Robotaxi zu revolutionieren.  

Stuttgart - Fahren ohne einen Menschen am Steuer - die sogenannten Robotaxis sollen‘s möglich machen. Im US-Bundesstaat Arizona hat die Google Schwesterfirma „Waymo“ im Dezember 2018 ihre selbstfahrende Taxiflotte schon in Betrieb genommen. Nun will ein deutscher Autobauer nachziehen.

So will der Daimler-Konzern schon bald massenhaft selbstfahrende Autos fertigen. "Wir bereiten uns darauf vor, ab 2021 eine große Zahl an Robotaxis bereitzustellen", sagte der Leiter automatisiertes Fahren bei Mercedes-Benz, Michael Hafner, der neuen Ausgabe der "Automobilwoche". Als erstes sollen die Fahrzeuge demnach in den USA und Europa eingeführt werde, hier liefen bereits Verhandlungen mit diversen Städten. Der Markteintritt in China folge danach.

Daimler wolle in einer ersten Welle mehr als 10.000 Stück produzieren, berichtete die Zeitung. "Wie schnell diese Zahl erreicht wird, hängt aber von vielen Variablen ab, unter anderem von den gesetzlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern", sagte Hafner. 

Robotaxi: Daimler kooperiert mit Bosch

Daimler entwickelt die Robotaxis mit Bosch, sie sollen unter anderem in Sindelfingen gefertigt werden.

Hafner rechnet damit, dass sich Robotaxis trotz teurer Technik innerhalb eines Jahres amortisieren. "Je mehr Fahrzeuge wir auf die Straße bringen, desto schneller können wir auch die immensen Entwicklungskosten kompensieren", sagte er.

Der große Unterschied zu anderen Wettbewerbern ist, dass wir unser Fahrzeug von Anfang an als Robotaxi konzipieren und nicht das Technik-Kit auf ein Serienfahrzeug aufsetzen“, zitierte das Fachblatt Automobilwoche Daimler-Strategiechef Wilko Stark zum Thema autonome Mobilität bereits Anfang 2018. Ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Google-Tochter „Waymo“, die aktuell umgerüstete Minivans des Modells Chrysler Pacifica nutzt und lediglich ihre Software aufsattelt. 

Erst Ende Februar verkündeten Daimler und BMW, die Technik für selbständiges Fahren zusammen vorantreiben zu wollen. Die Zusammenarbeit mit Bosch bliebe davon jedoch unberührt, so einer Sprecherin des der Robert Bosch GmbH. 

Automatisiertes Fahren soll schon bald alltäglich sein

Der Roboter-Taxi-Markt ist hart umkämpft. Auch General Motors, Ford, Renault und BMW forschen auf Hochtouren zum autonomen Fahren und testen ihrer Entwicklungen mit dem Ziel, diese möglichst vor der Konkurrenz im großen Stil auf die Straße zu bringen. Dass autonom betriebene Fahrzeuge spätestens ab dem Jahr 2025 zum Alltag gehören, darüber sind sich aber alle Autobauer einig.

Der Vorteil von selbstfahrenden Autos liege laut ihrer Entwickler in einer steigenden Sicherheit im Straßenverkehr - schließlich gehen über 90 Prozent der Unfälle auf menschliche Fehler zurück. Darüber hinaus ließen sich mit Roboterautos Personalkosten einsparen - Fahrer, die  Waren von A nach B transportieren müssen, würden damit überflüssig - Taxifahrer ebenso.

Sven Barthel  / dpa

Lesen Sie auch: Tesla, E-Autos und Robotaxis: BMW befindet sich in „Technologie-Krieg“

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