Trotz robusten Wachstums

Deutscher Wohlstand in Gefahr? Weltorganisation fordert Reformen

+
OECD-Generalsekretär Angel Gurria (Mitte) bei der Vorstellung des OECD-Wirtschaftsberichts für Deutschland.

Die OECD bescheinigt Deutschland ein robustes Wachstum und seinen Bürgern eine hohe Lebensqualität - fordert aber umfassende Reformen, damit das auch so bleibt.

Paris - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bescheinigt Deutschland ein robustes Wachstum und seinen Bürgern eine hohe Lebensqualität - fordert aber umfassende Reformen, damit das auch so bleibt. In ihrem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsbericht für Deutschland empfiehlt die OECD der Politik, Ungleichheit und das Armutsrisiko zu verringern, neue Technologien zu nutzen und die Arbeitskräfte dafür zu qualifizieren.

"Deutschlands Wirtschaftsleistung der vergangenen Jahre ist bemerkenswert, und das robuste Wachstum scheint sich fortzusetzen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. "Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordtief, und Deutschland bietet Hunderttausenden von Zuwanderern Arbeitsplätze und ein besseres Leben." Es müsse nun aber mehr getan werden, um sicherzustellen, "dass die heutigen starken wirtschaftlichen und sozialen Ergebnisse erhalten und auf alle ausgeweitet werden".

Das gibt‘s zu tun: Digitalisierung oder Breitbandausbau

Konkret empfiehlt die OECD, die unternehmerische Initiative - besonders auch von Frauen - zu fördern, die Verwaltung stärker zu digitalisieren und mehr in leistungsstarke Breitbandnetze zu investieren. Der Bund sollte seine Beteiligungen an den Landesbanken, der Autoindustrie oder der Postdienste verringern. Vor allem müsse die Politik lebenslanges Lernen fördern und hierfür vor allem dafür sorgen, dass Menschen mit geringen oder mittleren Qualifikationen besseren Zugang zu Weiterbildung erhalten.

Die gute Haushaltslage biete den "fiskalischen Raum", die wirtschaftliche Teilhabe aller zu verbessern, erklärte die OECD. Konkret nennt der Bericht Steuererleichterungen für Zweitverdiener, um die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu fördern, sowie den Ausbau von Kinderbetreuung und frühkindlicher Bildung. Zudem sollte der Staat demnach die E-Mobilität weiter ausbauen. Damit könne er das Wachstum "umweltfreundlicher gestalten".

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Erneuter Rückruf einer Mundspülung: Nutzung könnte für Verbraucher schlimme Folgen haben

Achtung, Verbraucher! Erneut wird eine Mundspülung zurückgerufen, da sie wirklich verheerende Folgen haben kann. Welches Produkt betroffen ist.
Erneuter Rückruf einer Mundspülung: Nutzung könnte für Verbraucher schlimme Folgen haben

Glassplitter in Joghurt - Rückruf wegen Gesundheitsgefahr 

Kunden fanden Glassplitter in einem Joghurt - der Hersteller ruft das Produkt zurück. Es besteht Gesundheitsgefahr. 
Glassplitter in Joghurt - Rückruf wegen Gesundheitsgefahr 

Wohin mit den Touristen? Städte sorgen sich um Authentizität

Im Kampf gegen Touristenströme will Venedig künftig Eintrittsgelder verlangen. Die deutschen Metropolen feilen an Ideen, damit es erst gar nicht soweit kommt.
Wohin mit den Touristen? Städte sorgen sich um Authentizität

„Auftreten dieses Marktes schmerzt“: Münchner Aldi-Filiale lässt Kunden verzweifeln

Auf Facebook rechnet ein Münchner Kunde mit der Aldi-Süd-Filiale in seiner Nachbarschaft ab. Besonders ein Fund im Kühlregal erregt seine Aufmerksamkeit.
„Auftreten dieses Marktes schmerzt“: Münchner Aldi-Filiale lässt Kunden verzweifeln

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.