Gewinnsteigerung

Deutsches TV-Geschäft treibt Umsatz der RTL Group weiter an

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Das sechste Jahr in Folge steuerte RTL Deutschland ein Rekordergebnis bei. Foto: Georg Wendt

Für Europas größte Sendergruppe ist der deutsche TV-Markt unentbehrlich. Insgesamt steuert die RTL Group wieder auf ein Rekordergebnis zu. Dabei ist das Umfeld für Werbung derzeit nicht gerade einfach.

Luxemburg (dpa) - Das deutsche Fernsehgeschäft bleibt der große Antreiber des Medienkonzerns RTL Group. Die Bertelsmann-Tochter steigerte 2017 ihren Gewinn für die Aktionäre unterm Strich um 2,6 Prozent auf 739 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäft verdiente das Unternehmen 1,46 Milliarden Euro - ein Plus um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Europas größte werbefinanzierte Sendergruppe in Luxemburg mitteilte. Der Umsatz kletterte um 2,2 Prozent auf 6,37 Milliarden Euro.

Das sechste Jahr in Folge steuerte RTL Deutschland ein Rekordergebnis bei. Der Betriebsgewinn der Senderfamilie aus Köln, zu der neben RTL unter anderem die Sender Nitro, n-tv und Vox zählen, stieg um 3,5 Prozent auf 743 Millionen Euro - trotz leichter Rückgänge im deutschen TV-Werbemarkt.

Um bei der jüngeren Zielgruppe gegen Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime zu bestehen, kündigte Vorstandschef Bert Habets erhöhte Investitionen in diesem Geschäftsfeld an. In den kommenden Monaten sollen neue Angebote in Belgien, Ungarn und Kroatien starten.

Zum Teil sind die Streaming-Anbieter auch Kunden der Produktionstochter FremantleMedia. Diese werde noch stärker auf die Produktion von Serien wie "American Gods" setzen. So wird etwa die Fortsetzung der Spionage-Serie "Deutschland 83" in diesem Jahr zuerst über Amazon Prime laufen und dann bei RTL. Damit reagiert RTL auch darauf, dass die Serie im Ausland und auf Plattformen sehr erfolgreich war, aber im Free-TV bisher nur auf mäßige Quoten kam.

Der ProSiebenSat.1-Rivale rechnet für 2018 mit einem weiteren Wachstum zwischen 2,5 und 5 Prozent. Der operative Gewinn allerdings dürfte sich nach Einschätzung der RTL Group kaum bewegen. Grund ist ein Einmaleffekt von 94 Millionen Euro, der sich 2017 positiv ausgewirkt hatte. Die Sendergruppe, an der das Gütersloher Familienunternehmen Bertelsmann 75,1 Prozent der Anteile hält, hatte in Paris in zentraler Lage eine Immobilie verkauft. Ohne diesen Sondereinfluss wäre der Betriebsgewinn 2017 sogar leicht gesunken.

An der Börse kamen die Zahlen deshalb zunächst nicht gut an. Die im MDax notierte Aktie verlor zum Handelsbeginn rund eineinhalb Prozent und damit etwas mehr als der Markt. Das Papier war im bisherigen Jahresverlauf allerdings in einem schwachen Umfeld um etwa sechs Prozent gestiegen. Ohnehin hatte sich die Aktie der RTL Group in den vergangenen Monaten gerade im Vergleich zum ProSiebenSat.1-Papier in einem für Medienunternehmen schwierigen Marktumfeld gut behauptet.

Börseninfo RTL

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