IWF-Prognose

Deutschlands Wachstum leicht unter dem der Eurozone

+
Bauarbeiter auf einer Baustelle in München. Deutschland kann 2017 laut aktueller Prognose mit einer Steigerung ihrer Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent rechnen. Foto: Alexander Heinl

Die Wirtschaftsprognosen des IWF werden - neben denen der OECD - besonders stark beachtet. Nun legt der Weltwährungsfonds die jüngsten Schätzungen nach dem Ende des zweiten Quartals vor. Wie sehen die Zahlen aus?

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für Deutschland in diesem und im kommenden Jahr ein etwas geringeres Wachstum als im Schnitt der gesamten Eurozone.

Die Bundesrepublik kann 2017 laut aktueller Prognose mit einer Steigerung ihrer Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent und 2018 dann um weitere 1,6 Prozent rechnen. Für alle Euroländer setzt der IWF leicht höhere Raten von 1,9 (2017) und 1,7 (2018) Prozent an. Dies geht aus dem jüngsten Ausblick der Organisation hervor, der am Montagmorgen in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur vorgestellt wurde.

Der IWF hob die Werte verglichen mit der letzten Prognose vom April leicht an. Grund für die verbesserten Aussichten seien Hinweise auf "mehr Schwung bei der Inlandsnachfrage als zuvor vorhergesehen". Vor allem Kritiker der Exportstärke Deutschlands fordern, dass etwa durch mehr heimische Investitionen Überschüsse im Außenhandel abgemildert werden sollen. Zuletzt hatte sich auch der Konsum im Inland als eine wichtige Stütze der Konjunktur erwiesen. "Der Aufwärtstrend könnte stärker und nachhaltiger ausfallen", hieß es mit Blick auf Europa.

Bezüglich der weltweiten Wirtschaftsleistung blieb der IWF bei seiner Annahme eines Wachstums um 3,5 Prozent in diesem und um 3,6 Prozent im nächsten Jahr. Für die USA schraubte der Fonds seine Erwartungen dagegen zurück. Grund dafür ist die Einschätzung, dass die Entwicklung von Staatsausgaben und Steuereinnahmen in den Vereinigten Staaten derzeit "unsicher" sei. US-Präsident Donald Trump hatte etwa Steuerreformen und höhere Investitionen in die Infrastruktur angekündigt - viele Details hierzu sind aber nach wie vor unklar.

Für 2017 und 2018 wird beim IWF nun ein US-Wirtschaftswachstum von jeweils 2,1 Prozent erwartet. Im April war er von 2,3 beziehungsweise 2,5 Prozent ausgegangen. Eine Kernaufgabe des Fonds ist - neben der Aushandlung und Bereitstellung von Finanzhilfen in Krisenzeiten - die Überprüfung der Wirtschaftspolitik in den Mitgliedstaaten.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden

Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze …
Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden

„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland

Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte und welche Produkte betroffen sind, erfahren Sie hier.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland

Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus

Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter …
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus

Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch …
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.