Chefsache

Diess: Zukunft von Volkswagen entscheidet sich in China

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Volkswagen-Chef Herbert Diess, der im vergangenen Jahr etwa 20 Tage in China verbracht habe, ging davon aus, dass er künftig etwa doppelt so viel Zeit in der Volksrepublik verbringen werde. Foto: Julian Stratenschulte

Weil China technologisch aufholt, wird sich das Land laut VW-Chef Herbert Diess schon bald zum internationalen Kraftzentrum der Autoindustrie entwickeln. Volkswagen will sich deshalb neu aufstellen.

Peking (dpa) - China soll nach den Plänen von VW-Chef Herbert Diess künftig noch eine viel wichtigere Rolle für den deutschen Autokonzern spielen.

"Die Zukunft von Volkswagen wird sich auf dem chinesischen Markt entscheiden", sagte Diess, der in diesem Monat persönlich die strategische Führung des China-Geschäfts übernehmen wird, vor Journalisten in Peking.

Dass er China zur Chefsache erklärt hat, begründete Diess dabei vor allem mit den großen Veränderungen, die sich derzeit auf dem größten Automarkt der Welt abspielen.

Über viele Jahre hätten internationale Autobauer ihre Technologie von außen auf den chinesischen Markt gebracht. Doch nun spiele sich Innovation zunehmend direkt in China ab, wo Fähigkeiten etwa in der E-Mobilität oder bei selbstfahrenden Autos schon "weit entwickelt" seien. Dies sei auch Folge eines klaren Plans der chinesischen Führung, die dabei sei, das Land zu einem "internationalen Kraftzentrum der Autoindustrie" zu entwickeln.

"Wir werden Fähigkeiten, die wir heute nicht haben, vor allem in China aufbauen", sagte Diess. Notwendig seien dabei etwa "viel engere Beziehungen" mit chinesischen Technologie-Konzernen. Volkswagen werde seine Forschungsaktivitäten in Deutschland nicht zurückfahren, was Arbeitsplätze gefährden würde. Stattdessen sollen zusätzliche Ressourcen in China aufgebaut werden.

Diess, der im vergangenen Jahr etwa 20 Tage in China verbracht habe, ging davon aus, dass er künftig etwa doppelt so viel Zeit in der Volksrepublik verbringen werde. Zunächst werde er für den Umbau der Geschäfte an einer Gesamtstrategie arbeiten, zu der im laufenden Jahr Details verkündet werden sollen. Das Tagesgeschäft in China wird künftig Stephan Wollenstein führen. Jochem Heizmann, der bisherige China-Vorstand, geht Mitte Januar in den Ruhestand.

Wollenstein kündigte am Montag an, dass er trotz eines derzeit schwachen Marktumfelds "zuversichtlich" für weiteres Wachstum sei. Obwohl der chinesische Gesamtmarkt 2018 erstmals seit Jahrzehnten rückläufig war, habe der VW-Konzern Marktanteile gewonnen. Die Einführung neuer Modelle werde auch in diesem Jahr zu einem Absatzplus in China führen.

Als Antwort auf den sich schnell entwickelnden Markt für E-Autos in China hatte Volkswagen schon in den letzten Jahren milliardenschwere Investitionen angekündigt. Mit Subventionen für E-Autos und Einschränkungen für Verbrennungsmotoren will die chinesische Regierung erreichen, dass bis 2020 mindestens fünf Millionen Autos mit elektrischem Antrieb auf Chinas Straßen fahren. Im vergangenen Jahr wurden nach Schätzungen rund eine Million Autos mit elektrischem Antrieb in China verkauft.

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