"Bestes erstes Halbjahr"

Boomendes Digitalgeschäft treibt Bertelsmann an

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Bertelsmann steigerte in den ersten sechs Monaten des Jahres den Umsatz um 4,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Foto: Bernd Thissen

Im Internet ist für Medienunternehmen kein Geld zu verdienen? Bertelsmann macht da ganz andere Erfahrungen und freut sich über das wohl das beste erste Halbjahr der Firmengeschichte.

Gütersloh (dpa) - Der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann (RTL, Gruner + Jahr) treibt sein Digitalgeschäft voran.

Mittlerweile entfielen auf die digitalen Geschäftsfelder und andere Wachstumsbereiche 35 Prozent des Gesamtumsatzes, sagte Vorstandschef Thomas Rabe bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Als Zwischenziel peile Bertelsmann einen Digitalanteil am Umsatz von etwa 40 Prozent an.

Die Sendergruppe RTL habe ihre Digitalerlöse im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 513 Millionen Euro gesteigert, die Verlagstochter Gruner + Jahr ("Stern", "Brigitte") erwirtschafte inzwischen ein gutes Drittel ihres Gesamtumsatzes in Deutschland und Frankreich digital. Bertelsmann wachse im Digitalgeschäft inzwischen aus eigener Kraft und nicht durch Zukäufe.

Bertelsmann steigerte in den ersten sechs Monaten des Jahres den Umsatz um 4,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Das ist den Angaben zufolge der höchste Wert seit zwölf Jahren. Das Konzernergebnis verharrte mit 502 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (501 Millionen Euro). Rabe strich besonders das operative Ergebnis heraus, das mit 1,3 Milliarden Euro auf einen Rekordwert gestiegen sei. "Das war wohl das beste erste Halbjahr in unserer Geschichte", betonte der Vorstandschef.

Rabe rechnet nicht damit, dass die Konjunktureintrübung auf Bertelsmann durchschlägt. Die Geschäfte des Konzerns seien auf allen Feldern "unmittelbar mit Privatkonsum verbunden". Er könne nicht erkennen, "warum der Konsum in Deutschland und in anderen Ländern in nächster Zeit fallen sollte". Bertelsmann rechnet deshalb auch für das Gesamtjahr mit einer Umsatzsteigerung und einem Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro.

Auch vom Brexit erwartet Rabe keine direkten Folgen für Bertelsmann. "Unsere Geschäfte sind weit überwiegend lokale Geschäfte", sagte der Vorstandschef. Deshalb sei Bertelsmann von einem Austritt Großbritanniens aus der EU nur mittelbar betroffen. Für die Bertelsmann-Druckerei in Liverpool habe man aber Vorkehrungen bei der Lagerhaltung von Papier und Druckfarben getroffen, die in Großbritannien nicht im erforderlichen Umfang oder der nötigen Qualität zu bekommen seien.

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