Nach misslungenem Rauswurf

Dobrindt und Woidke schalten sich bei BER-Krise ein

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Dass er eine Baustelle ist und bleibt, ist eigentlich klar: Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld. Foto: Ralf Hirschberger

Der vorerst misslungene Rauswurf des Berliner Flughafenchefs hält die Politik in Atem. Bis Montag muss eine Nachfolge-Lösung gefunden werden, wenn der geplante zweite Anlauf gelingen soll.

Berlin (dpa) - In der Führungskrise am neuen Hauptstadtflughafen BER suchen die Verantwortlichen weiter eine Lösung. Am Freitag schalteten sich auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ein.

Mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) berieten sie in Berlin über das weitere Vorgehen bis zur Aufsichtsratssitzung am Montag. Dann soll über die Zukunft von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld entschieden werden, den Berlin und der Bund entlassen wollen.

"Es ging darum, für die Aufsichtsratssitzung am Montag eine einvernehmliche Lösung zu finden", sagte Woidkes Sprecher Florian Engels. "Die Partner sind sich einig, dass alles getan werden muss, weitere Verzögerungen am BER zu vermeiden." Mehr verriet Engels nicht. Nach seinen Worten ging die Initiative für das Treffen von Woidke aus.

Brandenburg hatte sich am Mittwoch im Aufsichtsrat dagegen gesperrt, Mühlenfeld zu entlassen. Die Miteigentümer Berlin und der Bund sind verärgert über den Flughafenchef, weil er den Bauleiter für den neuen Hauptstadtflughafen gegen den Willen des Aufsichtsrats ausgewechselt hat.

Weil die Abwahl am Mittwoch nicht gelang, hält die Kritik an Müller an. Die Berliner CDU forderte erneut, der Regierungschef solle sich aus dem Kontrollgremium zurückziehen. "Herr Müller ist so überfordert mit der Aufgabe, dass er offenbar ja auch nicht in der Lage ist, geräuschlos Personalveränderungen zu organisieren", sagte Fraktionschef Florian Graf dem RBB-Inforadio. Es sei maximaler Schaden entstanden.

Auch der Bund der Steuerzahler würde einen Rückzug Müllers begrüßen. Der Brandenburger Landeschef Ludwig Zimmermann forderte, stattdessen Wirtschafts- und Bauexperten in das Kontrollgremium zu entsenden. "Wir brauchen einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der aufgrund seiner Unabhängigkeit keine politischen Rücksichten zu nehmen braucht und einzig und allein einer Sache dienen kann: der Fertigstellung des BER!", sagte der Berliner Landesvorsitzende Alexander Kraus.

Die Eröffnung des drittgrößten Flughafens in Deutschland ist schon fünf Mal verschoben worden. Berlin, Brandenburg und der Bund sind gemeinsam Eigentümer der Flughafengesellschaft.

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