Anleger reagieren auf politische Krise

Iran-USA-Krise: Dax sackt ab - vor allem Lufthansa betroffen

Anti-US-Proteste in Islamabad nach der Tötung des Generals Soleimani.
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Anti-US-Proteste in Islamabad nach der Tötung des Generals Soleimani.

Finanzmärkte unter Druck: Nachdem US-Präsident Trump den iranischen Top-General Soleimani töten ließ, wächst an den Börsen weltweit die Unruhe.

  • Die Krise zwischen den USA und Iran belasten die Aktienmärkte.
  • US-Präsident Trump hatte die Tötung eines iranischen Top-Generals befohlen.
  • Als Reaktion wurden europaweit Aktien von Fluggesellschaften gemieden.
  • Die Papiere der Lufthansa verloren stark.
  • Zudem meldete sich der Hauptgeschäftsführer des Airport-Verbandes ADV zu Wort.

Der Konflikt zwischen Trump und Teheran spitzt sich zu - und die Börsen rutschten am Freitag weltweit ins Minus, zugleich stieg der Ölpreis. Die unmittelbare Folgenn für die deutsche Wirtschaft sind aus Sicht von Ökonomen noch überschaubar - doch auf lange Sicht könnte das anders aussehen.

Bei einer weiteren gefährlichen Eskalation des Konflikts im Nahen Osten steht die deutsche Wirtschaft aus Sicht führender Ökonomen allerdings vor einer zusätzlichen Belastungsprobe. Hintergrund sei vor allem die hohe Exportabhängigkeit deutscher Unternehmen, wie die Präsidenten des Berliner DIW und des Kieler IfW, Marcel Fratzscher und Gabriel Felbermayr, gegenüber der dpa deutlich machten.

In Zeiten der Handelskonflikte und des Brexits könnte eine kriegerische Auseinandersetzung die Weltwirtschaft und vor allem den Welthandel weiter deutlich schwächen, sagte Fratzscher. „Vor allem die hohe Abhängigkeit von den Exporten macht die deutsche Wirtschaft sehr verletzlich für einen solchen Konflikt.“ Auch durch höhere Öl- und Energiepreise würden deutsche Konsumenten einen solchen Konflikt direkt zu spüren bekommen.

Trump vs. Teheran: Spannungen in Nahost treiben Anleger um

Felbermayr betonte, auf Basis der bisherigen Ereignisse seien zunächst keine unmittelbaren und dauerhaften wirtschaftlichen Auswirkungen zu erwarten. „Sollte ein ausufernder Konflikt den Nahen Osten insgesamt destabilisieren, sähe die Lage anders aus, weil dann auch die Energiequellen dort betroffen sein könnten und ein Großkonflikt die weltwirtschaftliche Dynamik belastet.“

Die Nervosität an den Märkten weltweit war am Freitag groß: Besonders heftig unter Druck gerieten die Anteilscheine von Fluggesellschaften, was auch mit dem anspringenden Ölpreis begründet wurde. Papiere der Lufthansa büßten knapp 6,5 Prozent ein und waren damit abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. In Paris rutschten die Aktien von Air France-KLM ähnlich stark ab. Aktien von United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines sackten im frühen Freitagshandel in New York zwischen 2,7 und 4,6 Prozent ab.

Erstmeldung: US-Angriff im Irak schockt Finanzmärkte - Dax sackt ab

Frankfurt - Börsen im Minus und verunsicherte Anleger: Die deutliche Verschärfung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die Aktienmärkte am Freitag erheblich belastet. Der Dax büßte gegen Mittag 1,7 Prozent auf 13 161,80 Punkte ein. Tages zuvor hatte der deutsche Leitindex ein neues Hoch seit Anfang 2018 noch knapp verpasst. Nun notierten alle Dax-Aktien im Minus, die Papiere der Lufthansa brachen sogar um 7,4 Prozent ein. Für die zu Ende gehende Woche zeichnete sich ein Verlust des Dax von 1,3 Prozent ab.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitag um 0,82 Prozent auf 28 374,13 Punkte. In Europa verlor der EuroStoxx 50 knapp ein Prozent.

Trump befiehlt Tötung von General im Irak 

Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Ghassem Soleimani, war bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben gekommen. Der Schlag erfolgte nach Aussagen des Pentagons auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern. Der Iran drohte den USA „schwere Rache“ an.

Zunächst wurden europaweit Aktien von Fluggesellschaften gemieden. Sie leiden oft stark unter steigenden Treibstoffpreisen. Am Dax-Ende rutschen die Aktien der Lufthansa auf das tiefste Niveau seit Ende Oktober.

In ihrem Sog verloren die Anteilsscheine von Fraport 3,2 Prozent. Hier belastete auch ein Medienbericht über düstere Zeiten für Deutschlands Flughäfen. Diese müssen sich nach Einschätzung ihres Verbandes auf weniger Passagiere einstellen. „Der Luftverkehr am Standort Deutschland wird im Jahr 2020 den Wachstumspfad der letzten Jahre nicht halten können“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Airport-Verbands ADV, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mehr zum Thema im Video: Iran droht USA mit Vergeltung

dpa/frs

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