Umfrage des ifo-Instituts

Ein Fünftel der Unternehmen beschäftigt Flüchtlinge

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Der Syrische Flüchtling Thabet Khalas in einer Halle des S-Bahn-Betriebswerks in Ohlsdorf. Mehr als jedes fünfte deutsche Unternehmen hat Flüchtlinge eingestellt. Foto: Christophe Gateau

München (dpa) - Mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland hat inzwischen Flüchtlinge eingestellt - meist jedoch als Praktikanten oder Hilfskräfte. Das hat das Münchner ifo-Institut in einer repräsentativen Umfrage unter den Personalchefs von gut 1000 Firmen ermittelt, die veröffentlicht wurde.

Demnach hat sich der Anteil der Unternehmen mit Flüchtlingen unter den Mitarbeitern zwar innerhalb eines Jahres von 7 auf 22 Prozent verdreifacht, doch die Mehrheit der befragten Firmen (58 Prozent) hat noch keine Asylbewerber angestellt. Die Firmen, die Flüchtlinge beschäftigen, tun das in vielen Fällen mit Praktika (43 Prozent) oder Hilfsjobs (40 Prozent). Ein Drittel hat außerdem Flüchtlinge als Lehrlinge beschäftigt, lediglich acht Prozent als Facharbeiter.

Die Firmen, die Erfahrungen mit Flüchtlingen haben, klagen über bürokratische Hürden, darunter die Frage des Aufenthaltsstatus und das Beschäftigungsverbot für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern. Weitere Hemmnisse seien die Dauer der behördlichen Verfahren und die notwendige Zustimmung für die Einstellung von Asylbewerbern.

Knapp ein Fünftel der befragten Personalchefs (19 Prozent) sieht keine Einsatzmöglichkeit für Flüchtlinge in ihren Unternehmen - wegen der Anforderungen bei Sprache, Qualifikation oder anderer Faktoren. Auftraggeber der Umfrage war die Zeitarbeitsfirma Randstad. Befragt wurde laut ifo-Institut eine repräsentative Mischung der deutschen Wirtschaft mit Großunternehmen, Mittelständlern und Kleinunternehmen aus sämtlichen Branchen mit Ausnahme der Bauwirtschaft.

Mitteilung Ifo

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