Kartellwächter

Lufthansa hätte Übernahmechancen bei Air Berlin

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Air Berlin, Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, braucht dringend Geld. Foto: Patrick Pleul

Trotz einer teilweise deutlichen Marktbeherrschung sind die kartellrechtlichen Chancen der Lufthansa auf eine Übernahme der Air Berlin nicht aussichtslos.

Frankfurt/Düsseldorf - In Frage kommt nach Einschätzung des Düsseldorfer Kartellrechtlers Martin Gramsch insbesondere eine so genannte "Sanierungsfusion", die eine Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde ermöglichen könnte. "In diesem Fall müsste die Lufthansa im Verfahren belegen, dass die Air Berlin sonst von der Insolvenz bedroht wäre und aus dem Markt ausscheiden würde", erläuterte der Jurist der Kanzlei Simmons & Simmons.

Lufthansa hatte Interesse an einer Übernahme von Air Berlin bekundet, sofern auch kartellrechtliche Fragen geklärt werden könnten und Air Berlin zuvor entschuldet würde. Nach Einschätzung von Gramsch müsste eine Übernahme von der europäischen Kartellbehörde geprüft werden. Dafür sprechen Größe und europäische Bedeutung der beiden Gesellschaften. Das Bundeskartellamt könne zwar einen Antrag stellen, die Sache selbst zu verhandeln. Das schätze er aber als wenig aussichtsreich ein.

Gegen eine Übernahme spreche auf den ersten Blick die starke Marktstellung der beiden Airlines insbesondere auf innerdeutschen Strecken. Die Situation auf einzelnen Strecken werde traditionell bei Kartellrechtsverfahren im Luftverkehr stark beachtet, erläuterte Gramsch. Allerdings könnte die EU-Kartellbehörde von den Airlines verlangen, einzelne Start- und Landerechte abzugeben, um zusätzlichen Wettbewerb auf bestimmten Strecken zu ermöglichen. "Die Slots sind das eigentlich knappe Gut im Luftverkehr."

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