Dividende steigt

Eon-Chef Teyssen verspricht wieder Wachstum

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Eon setzt neben dem sicheren Geschäft mit Stromnetzen vor allem auf Energiewende-Produkte für Privat- und Geschäftskunden. Foto: Ina Fassbender

Nach dem Absturz der Strom-Großhandelspreise hat Eon als erster Konzern reagiert und sich aufgespalten. Das brachte erst einmal Milliardenverluste. Für die "neue" Eon mit grüner Energie und Kundenlösungen verbreitet Eon-Chef Teyssen jetzt aber Optimismus.

Essen (dpa) - Nach der teuren Aufspaltung des Eon-Konzerns in neue und alte Energie und einem Rekordverlust von 16 Milliarden Euro im vergangenen Jahr verspricht Konzernchef Johannes Teyssen den Aktionären wieder Wachstum und steigende Einnahmen.

"Wir sind auf dem Weg zur neuen Eon schon ein gutes Stück vorangekommen", sagte er bei der Hauptversammlung in Essen. Davon sollten auch die Aktionäre mit einer steigenden Dividende profitieren. Sie soll für 2017 auf 30 Cent pro Aktie steigen und danach weiter wachsen, sagte Teyssen.

Eon setzt weiter auf das sichere Geschäft mit Stromnetzen - einen Verkauf der Netze, wie ihn wenige Aktionäre fordern, schloss Teyssen definitiv aus. Daneben will der Konzern vor allem mit Windstrom und mit Energiewende-Produkte für Privat- und Geschäftskunden Geld verdienen. So hatte Eon vor kurzem eine Partnerschaft mit dem US-Internetkonzern Google geschlossen, um die Planung von Photovoltaik-Anlagen über eine digitale Plattform zu erleichtern. "Volle Auftragsbücher" gebe es für Großkundenlösungen etwa für Hotelketten oder Industriebetriebe.

Solche maßgeschneiderten Kundenlösungen sollten dem Unternehmen "schon bald mehr als eine Milliarde Umsatz" bringen, sagte Teyssen. Derzeit seien es "einige hundert Millionen".

Aktionärsvertreter zeigten sich deutlich skeptischer als der Eon-Chef. Teyssen habe in sieben Jahren als Eon-Chef nur dreimal schwarze Zahlen erreicht, sagte Thomas Deser von Union Investment. Auch die neue grüne Energiewelt sei keineswegs ein Selbstläufer. Eon müsse die Kosten scharf im Blick behalten und dürfe sich im Bieterwettstreit um Wind- und Sonnenstromprojekte nicht vergaloppieren, forderte Deser. Anstelle eines Neustarts sehe er eher "viele Jahre des Übergangs", sagte Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

Für den Atomkompromiss mit der Bundesregierung zahle Eon rund 10,2 Milliarden Euro, sagte Teyssen. Der Betrag könne sich im Zuge der Endabrechnung noch leicht um bis zu 100 Millionen Euro erhöhen. Zahlreiche Atomklagen werde Eon im Zuge der Einigung fallenlassen, der Prozess gegen die Brennelementesteuer laufe aber weiter.

Falls Eon den Prozess gewinne, könnten dem Unternehmen daraus knapp zwei Milliarden Euro Rückerstattung zufließen, sagte Teyssen. Falls das Geld komme, werde Eon es in die Entschuldung und den Atomrückbau stecken. Eon will die Schulden - auch dank einer Kapitalerhöhung vom März dieses Jahres, die 1,35 Milliarden Euro eingebracht hatte - um sechs auf rund 20 Milliarden Euro abbauen.

Eon konzentriert sich seit der Abspaltung des traditionellen Kohle- und Gaskraftwerksgeschäfts sowie des Energiehandels im neuen Unternehmen Uniper 2016 auf die Bereiche Netze, erneuerbare Energien sowie Vertrieb und Kundenlösungen. Die Abspaltung habe rund 800 Millionen Euro gekostet, sagte Teyssen. Das Geld habe sich aber als Investition in die Zukunft gelohnt.

Dokumente zur Eon-Hauptversammlung

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