Fraport-Rabatt für Neukunden

Ryanair nimmt Flugbetrieb aus Lufthansa-Nest Frankfurt auf

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Ryanair hat zunächst nur zwei Jets am Heimatdrehkreuz der Lufthansa stationiert, das er lange wegen zu hoher Gebühren gemieden hatte. Foto: Andreas Arnold

Lange ist Ryanair einen großen Bogen um den teuren Frankfurter Flughafen geflogen. Nun machen es sich die Billig-Iren im Nest der Lufthansa bequem. Willkommen sind sie längst nicht allen.

Frankfurt/Main (dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat seinen Linienbetrieb vom Hauptdrehkreuz der Lufthansa in Frankfurt aufgenommen.

Mit einer leichten Verspätung von 19 Minuten ist am Dienstagmorgen eine nahezu voll besetzte Boeing 737-800 nach Mallorca gestartet, wie der Flughafenbetreiber Fraport auf Anfrage berichtete. Der Billigflieger hat zunächst nur zwei Jets am Heimatdrehkreuz der Lufthansa stationiert, das er lange wegen zu hoher Gebühren gemieden hatte. Zunächst werden täglich vier Urlaubsziele in Spanien und Portugal angeflogen.

Auch mit Hilfe des umstrittenen Fraport-Rabattprogramms für Neukunden soll die Flotte aber zügig ausgebaut werden. Bereits ab September werden 21 Ziele angeboten. Ab Ende Oktober will Ryanair dann mit sieben Flugzeugen 24 Destinationen ansteuern, darunter auch viele, die eher für Geschäftsleute interessant sind. Die Lufthansa hat 190 Maschinen in Frankfurt stationiert und füttert an ihrem Drehkreuz die Langstreckenflieger mit hunderten Zubringerflügen.

Lufthansa und andere Fluggesellschaften haben mit scharfer Kritik auf das vom Land Hessen genehmigte Rabattprogramm reagiert, das im ersten Jahr einen Nachlass von 50 Prozent bei den Gebühren gewährt. In den beiden Folgejahren sinkt der Preisnachlass dann auf das Normalniveau. Die etablierten Airlines lehnen Rabatte auf bereits zuvor angebotene Verbindungen ab und fordern gleiche Preise auf gleichen Strecken. Lufthansa prüft eine Klage gegen Fraport. Zuletzt hatte Condor-Chef Ralf Teckentrup der Fraport vorgehalten, die Kapazität des größten deutschen Flughafens passgenau für die Bedürfnisse des neuen Wettbewerbers auszubauen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit stört sich am Ryanair-Beschäftigungsmodell für ihre Kollegen, das auch Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen in Koblenz ist. Danach mussten junge Ryanair-Piloten eine eigene Firma gründen und sich dann über Personaldienstleister als selbstständige Piloten an Ryanair vermitteln lassen.

Die VC will nach den Worten ihres Sprechers Markus Wahl mit den Sozialversicherungen, der Arbeitsagentur und der Bundesregierung klären, ob es sich hier um ein System der Scheinselbstständigkeit handelt. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum die vom Land Hessen beherrschte Fraport solche Beschäftigungsmodelle subventioniert", sagte VC-Sprecher Wahl am Dienstag.

Ryanair hat stets erklärt, dass die Beschäftigungsmodelle den Gesetzen der Europäischen Union wie auch der Republik Irland entsprächen. Mit der Änderung des entsprechenden EU-Rechts im Jahr 2012 habe man auch den Grundsatz umgesetzt, dass das fliegende Personal in den Heimatländern ihrer Basen Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Das gelte auch für das Vertragspersonal der Personaldienstleister. Selbstverständlich zahle man für in Deutschland eingesetzte Kräfte hier den Arbeitgeberanteil in die Sozialkassen.

Die VC lehnt auch die neuen Arbeitsverhältnisse bei Ryanair ab, konnte bislang aber keine Tarifverhandlungen mit den wenig gewerkschaftsfreundlichen Iren aufnehmen.

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