Preiskrieg kostet Gewinne

Erstes Halbjahr für Lufthansa schwierig - Umbau geplant?

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Die Lufthansa AG hatte schon im Juni mit einer Gewinnwarnung die Anleger geschockt und einen kräftigen Umbau der Direktflug-Tochter Eurowings angekündigt. Foto: Arne Dedert

Die erfolgsverwöhnte Lufthansa ist in schwierigem Wetter unterwegs. Besänftigt das Unternehmen die enttäuschten Aktionäre mit einem Konzernumbau nach dem Vorbild eines Konkurrenten?

Frankfurt/Main (dpa) - Über ein schwieriges erstes Halbjahr 2019 berichtet die Lufthansa an diesem Dienstag. Konkurrent Ryanair hat am Montag wegen des vor allem am deutschen Markt tobenden Preiskriegs bereits von schwindenden Gewinnen berichtet.

Die angriffslustigen Iren verdienten bei einem deutlich ausgebauten Angebot von April bis Juni zwar immer noch 243 Millionen Euro, das waren aber 21 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Die Deutsche Lufthansa AG selbst hatte im Juni mit einer Gewinnwarnung die Anleger geschockt und einen kräftigen Umbau der Direktflug-Tochter Eurowings angekündigt.

Nach einem Bericht des "Handelsblatt" (Montag) soll zudem die Konzernstruktur in der internen Diskussion stehen. Insbesondere der Kapitalmarkt drängt wohl darauf, den Dax-Konzern ähnlich wie den Konkurrenten British Airways in eine Holding einzubinden, unter der die einzelnen Gesellschaften dann freier agieren könnten. Unter dem Dach der IAG sind neben der BA noch Iberia, Vueling, Level und Aer Lingus versammelt.

Lufthansa selbst wollte zu dem Thema keine Stellung nehmen. Grundsätzlich überprüfe man in regelmäßigen Abständen die Strukturen, um die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen, hatte es bereits gegenüber dem "Handelsblatt" geheißen. Firmenchef Carsten Spohr hatte sich vor wenigen Wochen zum bisherigen Konzernaufbau der Lufthansa Group bekannt.

Der Airline-Konzern bekommt den starken Preiskampf zu spüren und rechnet auch wegen fallender Ticketpreise für 2019 nur noch mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 2,0 Milliarden bis 2,4 Milliarden Euro. Bis Juni hatte die Konzernführung noch etwa 2,4 Milliarden bis 3,0 Milliarden Euro anvisiert. Außerdem steht wegen einer neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs eine höhere Steuernachforderung ins Haus.

Analysten erwarten im Schnitt, dass der operative Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 735 Millionen Euro eingebrochen ist.

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