„Trick der Autolobby“

EU denkt an laxere Abgas-Grenzwerte für Pkw

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Seit Jahren wird um Abgas-Grenzwerte der EU gestritten

Die EU will offenbar künftig die Abgas-Grenzwerte für Pkw auf neue Weise bestimmen. EU-Abgeordnete sprechen von einem „Trick der Autolobby“.

Brüssel - Die EU-Kommission erwägt eine neue Methode zur Festlegung von Abgas-Grenzwerten für Autos. Die Hersteller müssten dann nicht mehr einen fixen Kohlendioxid-Grenzwert mit ihrem Sortiment einhalten (Flottendurchschnitt). Stattdessen müssten sie prozentuale Verbesserungen schaffen. Es seien aber noch verschiedene Möglichkeiten im Gespräch, wie EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete am Mittwoch in Brüssel sagte. Dabei gehe es aber um längerfristige Vorgaben.

Aktuell gibt es in der Europäischen Union ein Pkw-Ziel für das Jahr 2021. Bis dahin müssen die Hersteller im Flottendurchschnitt einen Wert von höchstens 95 Gramm CO2 pro Kilometer bei Neuwagen erreichen. Das entspricht einem Verbrauch von 4,1 Litern auf hundert Kilometern bei Benzin und 3,6 Litern bei Diesel.

Hersteller mit Nachholbedarf wären die Gewinner

Cañete begründete die Überlegungen mit der schrittweisen Einführung des neuen WLTP-Testverfahrens, das den CO2-Ausstoß besser messen soll als der Vorläufer. Seine Behörde will bis zum Ende des Jahres Gesetzesvorschläge vorlegen.

Die Wirtschaftswoche berichtete am Donnerstag über die Idee. Der niederländische EU-Abgeordnete Bas Eickhout von den Grünen beschrieb demnach die veränderte Methode als „Trick der Autolobby“: „Die Hersteller großer Autos und die Hersteller, die bisher wenig erreicht haben, würden belohnt.“

Über die Abgas-Grenzwerte wird bereits seit Jahren gestritten. Deutschland hat sich lange Zeit als Verfechter vergleichsweise lascher Regeln positioniert.

dpa

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