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Über 8 Prozent mehr Gehalt für EU-Mitarbeiter: Regelung sorgt für Ärger

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Von: Patricia Huber

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EU-Mitarbeiter dürfen sich schon bald über einen satten Gehaltsaufschlag freuen. Doch in Zeiten steigender Preise und finanzieller Sorgen dürfte das bei vielen Bürgern nicht gut ankommen.

Brüssel - Immer mehr Deutsche müssen schauen, wie sie über die Runden kommen. Die Preise steigen in nahezu allen Lebensbereichen immer weiter an – ohne, dass die Löhne derzeit Schritt halten. EU-Beamte können die Entwicklung hingegen einigermaßen gelassen sehen, denn ihre Lohnentwicklung ist an die Preisentwicklung in Belgien und Luxemburg gekoppelt. Heißt also: Bei einer Inflationsrate von 8,5 Prozent steigt auch das monatliche Gehalt um diesen Prozentsatz. Diese sogenannte Lohnindexierung gilt übrigens in Belgien, Luxemburg, Malta und Zypern für alle Bürger. Das Gehalt wird also immer an die Inflation angepasst,

EU: Lohnerhöhung für Beamte sorgt für Ärger

Die Lohnerhöhung würde nicht nur die EU-Kommissionsmitglieder betreffen, sondern auch andere Angestellte der EU. Insgesamt beschäftigen die EU-Behörden rund 60.000 Mitarbeiter. Um wie viel genau die Gehälter steigen, steht noch nicht fest. Der genaue Betrag wird erst zum Jahresende festgesetzt. Im Juni lag die Inflation in Belgien aber bei 9,6 Prozent. Sollte diese Entwicklung so weitergehen, dürften sich die EU-Beamten wohl über ein sattes Gehalts-Plus freuen.

Doch wie das Handelsblatt berichtet, käme dieser Lohnsprung bei vielen Diplomaten nicht wirklich gut an. Schließlich haben immer mehr Mitgliedsstaaten mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Erst kürzlich rief Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die EU-Staaten zur Haushaltsdisziplin auf. Außerdem dürften wohl die wenigsten Arbeitgeber von „Normalbürgern“ das Gehalt ihrer Mitarbeiter so großzügig anpassen. Das könnte auch für Unmut in der Bevölkerung sorgen.

CSU-Politiker warnt: „EU sollte Vorbild sein“

Viele Mitgliedsstaaten haben im Gremium der EU-Botschafter ihr Unverständnis gegenüber dieser enormen Erhöhung geäußert. Besonders die drohende Lohn-Preis-Spirale, vor der Ökonomen seit langem warnen, ist hierbei ein wichtiger Punkt. Denn zur Inflation parallel steigende Löhne würden die Preissteigerung nur weiter befeuern.


Auch der CSU-Politiker und EU-Parlamentsmitglied Markus Ferber warnte davor, ein falsches Signal zu setzen: „Die EU sollte ein Vorbild bei der Lohnzurückhaltung sein, um die Inflation nicht noch weiter anzuheizen“, sagt er dem Handelsblatt. In Brüssel versucht man derweil die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, dass die Mitgliedsstaaten der Gehaltsaktualisierung schließlich selbst zugestimmt hätten. (ph)

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