Ärger für Sparer

EZB hält das Geld billig - Leitzins bei null Prozent

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EZB-Chef - Mario Draghi hält die Zinsen auf Rekordtief.

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi hatte Hoffnung auf eine Änderung der Geldpolitik bereits zuvor gedämpft.

Vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Nullzinspolitik. Sie beließ den Leitzins der Eurozone unverändert bei null Prozent, wie ein Sprecher der EZB am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. 

Zinssatz auf historisch niedrigen Wert

Die EZB hatte den zentralen Zinssatz vor einem Jahr auf den historisch niedrigen Wert von 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln. Nachdem die Inflation in der Eurozone im Februar den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht hatte, war die EZB unter Druck geraten, von ihrer Politik abzurücken. Im März ließen günstige Verbraucherpreise die Teuerungsrate wieder sinken. 

In Frankreich wird am 7. Mai ein neuer Präsident gewählt. In der Stichwahl können sich die Franzosen zwischen dem pro-europäischen Emmanuel Macron und der EU-Gegnerin Marine Le Pen entscheiden.

Geldschwämme hält weiter an

EZB-Präsident Mario Draghi hatte jüngst Hoffnungen auf einen baldigen Ausstieg aus der vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Geldpolitik gedämpft. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es„zu früh, Erfolg auszurufen“, sagte Draghi Anfang April. Die Inflationsdynamik sei „weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik.“

Im März schwächte sich die Jahresinflationsrate im Euroraum nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat auf 1,5 Prozent ab. Im Februar hatte sie getrieben von höheren Energiepreisen noch bei 2,0 Prozent gelegen. Die EZB strebt einen Wert von knapp unter zwei Prozent an.

Im Kampf gegen niedrige Inflation und Konjunkturschwäche hat die Notenbank ihre Geldschleusen weit geöffnet. Seit März 2015 kauft sie Staatsanleihen und Unternehmenspapiere im Milliardenwert. Das Programm läuft bis mindestens Ende 2017. Seit April fließen aber nur noch 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro monatlich.

Das viele billige Geld soll im Idealfall die Konjunktur ankurbeln und auch die Teuerung anheizen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Das könnte die Wirtschaftsentwicklung abwürgen.

Die ultralockere Geldpolitik ist vor allem in Deutschland umstritten. Zwar kommen Immobilienkäufer durch die Zinsflaute billiger an Kredite, dagegen werfen Sparbuch und Co. aber kaum noch etwas ab.

Die Finanzbranche klagt, die EZB-Politik schwäche die Banken. „Während der Nutzen dieser Geldpolitik nicht mehr steigt, nehmen die Risiken und Nebenwirkungen kontinuierlich zu je länger die EZB ihren Kurs fortsetzt“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes BdB, Michael Kemmer, im „Handelsblatt“. Der negative Einlagezins wirke wie eine Sondersteuer. Zurzeit zahlten Geschäftsbanken im Euroraum jeden Monat eine halbe Milliarde Euro.

In den USA verschärft die Federal Reserve dagegen die Geldpolitik. Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Er steigt damit auf ein Niveau zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

dpa/Afp

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