310.000 Deutsche zittern

Facebook-Datenskandal: Bin ich betroffen und wie kann ich mich schützen?

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Der Datenmissbrauch von Cambridge Analytica weitet sich aus. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Facebook-Datenskandal.

Menlo Park - Seit Facebook 2004 von Mark Zuckerberg gegründet wurde, verknüpft das soziale Netzwerk weltweit Millionen Menschen. Aktuell macht das Unternehmen aber negative Schlagzeilen, weil sich Cambridge Analytica illegal an den Daten bereichert haben soll. Nur langsam rückt das Unternehmen mit Informationen raus. Wir haben die wichtigsten News für Sie zusammengetragen. 

Facebook-Datenskandal: Fast 310.000 betroffene deutsche Nutzer 

Die Analysefirma Cambridge Analytica hatte die Facebook-Daten einem Entwickler von einer Umfrage-App weiter gereicht. Dieses Unternehmen arbeitete unter anderem im Wahlkampfteam von US-Präsident Trump. Aus Deutschland haben sich nur 65 Nutzer an der Umfrage beteiligt, betroffen sind dabei aber nicht nur die Umfrage-Teilnehmer sondern auch die ihrer Facebook-Freunde. Das erklärt die hohe Zahl von 309.815 Facebook-Mitgliedern aus Deutschland, deren Daten missbraucht wurden. Weltweit sollen 87 Millionen betroffen sein. Hierbei spricht man aber von einem „Worst-Case“ Szenario, bei dem die maximal mögliche Anzahl von Freundeslisten kalkuliert wurde. Cambridge Analytica gibt an, es seien „nur“ 30 Millionen Profile.

„Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat“, sagte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg der Financial Times. So weiß Facebook bis heute noch nicht, welche Daten Cambridge Analytica abgegriffen hat. Gründer und Chef Mark Zuckerberg gibt zu, Fehler gemacht zu haben. Auch Sheryl Sandberg sagte der Financial Times, Facebook habe zu langsam reagiert. 

Facebook-Datenskandal: Bin ich betroffen?

Auch wenn Facebook bereits 2015 von dem Datenmissbrauch in Kenntnis gesetzt wurde, gibt es bis jetzt noch keine gesicherte Möglichkeit herauszufinden, ob man als Nutzer auch betroffen ist. Informiert wurde man als Anwender bis dato auch nicht. Facebook habe sich auf die Aussage der britischen Analysefirma Cambridge Analytica verlassen, dass die Daten gelöscht wurden. Jetzt gibt der US-Konzern zu, Fehler gemacht zu haben und teilt mit, betroffene Mitglieder informieren zu wollen

Lesen Sie dazu auch: Deutsche Internetnutzer haben Angst vor Datenmissbrauch

Facebook-Gründer Zuckerberg in Erklärungsnot. Wie konnte der Datenskandal passieren?

Facebook-Datenskandal: Wie kann ich meine Daten schützen?

Es gibt bei Facebook einige Möglichkeiten, seine Daten zu schützen. Zunächst sollte man die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken, so dass nur Freunde dieses sehen können. Beiträge sollte man nicht öffentlich machen, sondern nur für Freunde sichtbar verfassen. Die Einstellung dazu findet man neben dem blauen „Posten“-Button und heißt „Freunde“. Im Beitrag kann man die Sichtbarkeit auch verändern, in dem man unter den Namen klickt. So kann man sich auch davor schützen, dass die eigenen Daten über die Facebook-Suchfunktion automatisiert ausgelesen und gespeichert werden.

Es empfiehlt sich auch, die Liste von Apps und Spielen auszumisten. Auch diese Programme können unter Umständen Daten auslesen. Facebook erklärt hierzu, dass das entfernen von Apps in den kommenden Wochen vereinfacht werden soll, nicht genutzte Apps werden nach drei Monaten automatisch von den Nutzerkonten entfernt. Was auch nicht jeder weiß: Das eigene Facebook-Profil kann über Google und andere Suchmaschinen gefunden werden, weil die öffentliche Suche in den Standardeinstellungen aktiviert ist. Wer seine Facebook-Daten vor den Suchmaschinen verstecken möchte, muss die Privatsphäre-Einstellungen unter dem Punkt „Anwendungen“ und „Webseiten“ deaktivieren.

Auf einen Blick:

ProfilSichtbarkeit nur auf Freunde beschränken
BeiträgeSichtbarkeit nur auf Freunde beschränken
Apps & SpieleUnnötige aus der Liste entfernen
StandarteinstellungenÖffentliche Suche deaktivieren

Wie schützt Facebook meine Daten?

  • Der Gründer und CEO des weltgrößten Netzwerks Mark Zuckerberg nahm bei Facebook Stellung und versprach, alle Anwendungen zu prüfen, die vor 2014 auf große Datenmengen gehabt hätten.  Dabei ziehe man Konsequenzen und werde Entwicklern, die einer Untersuchung nicht zustimmen, den Zugang zum Netzwerk sperren.
  • Auch Datenhändler wie Experian oder Acxiom werden innerhalb von Facebook ausgesperrt. Diese Firmen haben gesammelten Daten über Nutzer bei der Personalisierung von Werbeanzeigen verwendet.
  • Nutzer sollen in den kommenden Wochen Zugang zu  einer neuen Seite zu bekommen, bei der die Daten gelistet sind. Der Social-Network-Konzern will so den Nutzern die Datenverwaltung erleichtern.
  • „Wir machen unsere Nutzungsbedingungen und unsere Datenrichtlinie leichter verständlich – an den Berechtigungen zur Nutzung deiner Daten auf Facebook ändert sich nichts“, schreibt Facebook dazu in einer Erklärung

Die Alternative: Facebook löschen

Unter dem Hashtag #deletefacebook machen sich im Internet Tausende stark, um für die Löschung des Accounts zu werben. „Ich habe mein Facebook gelöscht“ schreibt ein User auf Instagram. Ob ihm bewusst ist, dass das Portal eine Tochter von Facebook ist? Vielleicht hat er auch das Ereignis auf WhatsApp mitgeteilt, und dieser Dienst gehört auch zu Facebook. Laut einer Umfrage der ARD erklären zwölf Prozent der Nutzer, dass sie Facebook aufgrund des Datenlecks weniger nutzen. Aktuell zwei Prozent bleiben dem Medium komplett fern und melden sich bei Facebook ab. Wer sein Facebook-Konto löschen möchte, findet dies im Bereich „Hilfe“ der Homepage. 

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