Nutzung von Schatten-Daten

Neuer Vorwurf: Spioniert Facebook Handynummern der User aus?

Facebook kommt nicht zur Ruhe. Nach den Meldungen über einen Hacker-Angriff auf 50 Millionen Accounts sieht sich das Unternehmen diesmal selbst in der Rolle des Übeltäters.

Menlo Park - Böser Verdacht gegen Facebook: Das US-Unternehmen soll seine User ausspionieren, ohne dass die davon auch nur etwas ahnen. Das geht aus einer Studie der Northeastern und Princeton University hervor. Dieser zufolge greift Facebook die Handynummern seiner Milliarden Nutzer ab und missbraucht diese Daten zu Werbezwecken.

Das geschieht offenbar auf zwei Wegen - und ohne dass der User etwas davon mitbekommt, weshalb von Schatten-Kontaktdaten gesprochen wird. Zum Einen werden die Telefonnummern beim Einloggen als zweiter Sicherheitsschritt abgefragt und anschließend ohne entsprechenden Hinweis auf dem Profil des Nutzers gespeichert. Zudem soll Facebook in der Lage sein, die Handynummern aus den Adressbüchern der hinterlegten Facebook-Freunde zu fischen und dem entsprechenden Profil zuzuordnen.

Schatten-Daten werden offenbar Werbekunden zur Verfügung gestellt

Die so gewonnenen Daten werden dann anscheinend Unternehmen zur Verfügung gestellt, um gezielt Werbung zu schalten. So hätten die Forscher der Uni gemeinsam mit der Journalistin Kashmir Hill bewiesen, dass Werbekunden über das Facebook-Tool „Custom Audience“ ihre Werbeeinblendungen gezielt auf solche geheim ausgeforschten Schatten-Infos anspringen lassen. Die angesprochene Funktion ermöglicht es Werbenden, ihre potenziellen Kunden auf Facebook selbst zu definieren.

Das milliardenschwere Unternehmen weist die Vorwürfe deutlich zurück. Laut der Stellungnahme werden die angegebenen Telefonnummern nur für Freundesvorschläge genutzt. Zudem betont Facebook wie schon in der Vergangenheit, dass keinerlei Schatten-Kontaktdaten gesammelt würden. Licht ins Dunkel könnten wohl einzig die Werbekunden bringen - doch das erscheint höchst unrealistisch.

Das Gesicht von Facebook: Mark Zuckerberg gründete das Unternehmen 2004.

Immer wieder negative Schlagzeilen über Facebook

Dennoch bleibt festzuhalten: Facebook kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht mehr heraus. In diesem Jahr gab es bereits Vorwürfe, das Soziale Netzwerk würde sich über Datenschutzbestimmungen hinwegsetzen. Damals musste Gründer Mark Zuckerberg sogar vor dem US-Senat sowie dem EU-Parlament aussagen.

Erst kürzlich wurde eine immense Sicherheitslücke offenbart, als 50 Millionen Facebook-Account gehackt wurden. Deutsche Politiker gehen derzeit wegen Facebooks Monopolstellung auf die Barrikaden.

mg

Rubriklistenbild: © dpa / Dominic Lipinski

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