Frankfurter Flughafenbetreiber

Fraport will Hälfte der Gewinne im Ausland machen

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Passagierflugzeuge der Lufthansa stehen an Terminal 1 des Flughafens Frankfurt. Der Flughafenbetreiber Fraport will künftig mehr Gewinne im Ausland erzielen. Foto: Boris Roessler

Der Frankfurter Flughafen wird derzeit massiv ausgebaut. Aber die Gewinne sind zuletzt an anderen Orten schneller gestiegen. Das Unternehmen stellt sich darauf ein.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will künftig die Hälfte seiner Gewinne im Ausland erwirtschaften. Das kündigte der Vorstandschef des M-Dax-Konzerns, Stefan Schulte, bei der Hauptversammlung in Frankfurt an.

Im vergangenen Jahr hatte das Beteiligungsgeschäft den Rekordanteil von 36 Prozent am Ebitda-Gewinn erreicht und damit erstmals die traditionellen Geschäftsbereiche Luftverkehr und Immobilienverwaltung am Heimatdrehkreuz überflügelt. "Wir sind da auf dem richtigen Weg", erklärte Schulte.

Der M-Dax-Konzern ist nach eigenen Angaben an 30 Flughäfen auf vier Kontinenten in unterschiedlicher Intensität aktiv. Schulte schilderte bauliche und operative Fortschritte unter anderem in Griechenland und Südamerika. Von den 14 übernommenen Regionalflughäfen in Griechenland seien die Arbeiten bereits bei dreien in Chania auf Kreta, Kavala und Zakynthos abgeschlossen. An fünf weiteren Standorten seien neue Terminals im Bau, die bis 2021 in Betrieb gehen sollen.

In Südamerika sei man bei den Investitionen an den beiden brasilianischen Flughäfen Porto Alegre und Fortaleza im Plan. Der Dachverband der kritischen Aktionäre kritisierte in diesem Zusammenhang die Zwangsumsiedlung von rund 5000 Anwohnern, um die Bahn in Porto Alegre verlängern zu können.

Im peruanischen Lima hofft Fraport, noch in diesem Jahr mit dem Bau der zweiten Start- und Landebahn beginnen zu können. Dort hatte Fraport seinen Anteil jüngst von 70 auf 80 Prozent gesteigert. Schulte kündigte an, sich auch künftig international um Konzessionen zu bewerben, ohne dabei als wirtschaftlicher Hasardeur aufzutreten. Das führe dann wie jüngst in Brasilien auch mal dazu, dass man den Zuschlag nicht erhalte, meinte der Vorstandschef.

Fraport hat im Geschäftsjahr 2018 einen kräftigen Gewinnsprung geschafft und will die Aktionäre mit einer um 50 Cent auf 2,00 Euro erhöhten Dividende am Erfolg teilhaben lassen. Die Eigner nahmen den Vorschlag mit 99,5 Prozent Zustimmung an und entlasteten Vorstand wie Aufsichtsrat. Bei einem Umsatz von fast 3,5 Milliarden Euro blieb unter dem Strich für die Gesellschafter der Fraport AG ein Gewinn von 474 Millionen Euro, was zum Vorjahr eine Steigerung um 44 Prozent bedeutete. Dazu trugen auch der Anteilsverkauf am Flughafen Hannover sowie deutlich mehr Gäste in Frankfurt und an den ausländischen Flughäfen bei.

Am Heimatdrehkreuz Frankfurt kämpft Fraport weiterhin mit den knappen Kapazitäten der beiden bestehenden Passagier-Terminals. Man rechne mit einem weiteren Passagierwachstum zwischen 2 und 3 Prozent von 69,5 Millionen im Jahr 2018. Nachhaltige Entlastung sei erst mit dem im Bau befindlichen Terminal 3 zu erwarten, dessen erster Flugsteig 2021 ans Netz gehen soll. Die geplanten Investitionen werden auf 3,5 bis 4,0 Milliarden Euro beziffert.

Vincent Lohmann von der Protestbewegung "Fridays for Future" ging Fraport frontal an und erklärte: "Der Neubau des Terminals 3 ist ein aktiver Beitrag zu mehr Flugverkehr, ein Beitrag zur Zerstörung unserer Zukunft."

Auf den innerdeutschen Flugverkehr mit rund 7,6 Millionen Passagieren (11 Prozent) im vergangenen Jahr solle man in Frankfurt nicht einfach so verzichten, sagte Schulte. Man biete letztlich alle Anschlussmöglichkeiten an, aber am Ende entscheide der Passagier. Insbesondere seien Interkontinental-Passagiere häufig nicht bereit, im Zubringerverkehr auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Das habe sich beispielsweise nach der Einstellung der Flugstrecke Köln-Frankfurt gezeigt, als rund zwei Drittel weiterhin ab Köln über andere Drehkreuze geflogen seien.

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