Gespräche ohne Einigung

Fusion zwischen Philip Morris und Altria gescheitert

Eine Marlboro-Zigarettenschachtel: Eine Fusion hätte zwei alte Bekannte wieder vereint: Die vor allem für die Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen gehörten bereits bis 2008 zusammen. Foto: Jens Kalaene
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Eine Marlboro-Zigarettenschachtel: Eine Fusion hätte zwei alte Bekannte wieder vereint: Die vor allem für die Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen gehörten bereits bis 2008 zusammen. Foto: Jens Kalaene

Sinkender Zigaretten-Konsum in weiten Teilen der Welt zwingt die Tabakindustrie zum Umdenken. Zwei der Schwergewichte im Markt erwogen deshalb eine Fusion. Doch aus dem Zusammenschluss der Marlboro-Hersteller Philip Morris und Altria wird nichts.

New York/Richmond (dpa) - Die große Wiedervereinigung der Marlboro-Hersteller Philip Morris International und Altria ist gescheitert.

Bei den Gesprächen über eine Fusion habe keine Einigung erzielt werden können, teilte Altria in Richmond im US-Bundesstaat Virginia mit. Die Unternehmen hatten Ende August Verhandlungen über einen Zusammenschluss per Aktientausch bestätigt.

Eine Fusion hätte zwei alte Bekannte wieder vereint: Die vor allem für die Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen gehörten bereits bis 2008 zusammen. Dann wurde Philip Morris abgespalten, um die internationalen Geschäfte weiterzuführen, während Altria sich auf den US-Markt konzentrierte. Spekulationen über eine Wiedervereinigung gab es unter Analysten immer wieder.

Denn die Branche muss sich neu orientieren: Teuren Rechtskonflikten wegen angeblicher Verschleierung der Risiken des Rauchens folgten strengere staatliche Vorschriften und Werbeverbote in vielen Ländern. Obwohl die Zahl der Raucher in weiten Teilen der Welt sinkt, laufen die Geschäfte dank Preiserhöhungen zwar weiter relativ rund. Doch als Wachstumsbringer haben klassische Glimmstängel ausgedient.

Die Tabakindustrie steckt deshalb schon länger viel Geld in vermutlich gesündere Alternativen wie Dampf- und E-Zigaretten. Während Philip Morris auf das Ausweichprodukt IQOS setzt, hat Altria Milliarden in das kalifornische Start-up Juul Labs gesteckt. Doch die 35-prozentige Beteiligung am führenden US-Anbieter von E-Zigaretten brachte bislang nicht den erhofften Erfolg - im Gegenteil.

Juul steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung ihrer E-Zigaretten an Jugendliche mittlerweile massiv in der Kritik und im Fokus von Ermittlungen verschiedener US-Behörden. Juul-Chef Kevin Burns reichte nun seinen Rücktritt ein, ersetzen wird ihn Altria-Manager K.C. Crosthwaite. Zudem kündigte Juul an, Werbung in Rundfunk-, Print- und Digitalwerbung in den USA vorerst auszusetzen.

Eine Fusion von Philip Morris und Altria hätte gewaltige Dimensionen gehabt: Altria hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 76 Milliarden US-Dollar, Philip Morris brachte es auf gut 111 Milliarden Dollar. Am Markt kamen die gescheiterten Verhandlungen indes gut an: Die Aktien beider Konzerne reagierten vorbörslich mit deutlichen Kursgewinnen.

Altria-Mitteilung

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