Anleihenkauf geht weiter

Gibt die EZB weitere Hinweise auf ein Ende der Geldflut?

+
Herr über das Zinsniveau: EZB-Chef Mario Draghi. Foto: Arne Dedert

Die Finanzwelt schaut heute auf die EZB. Auch wenn es sicher keine Leitzins-Erhöhung geben wird, erhoffen sich die Volkswirte erste Zeichen, wohin die europäische Geldpolitik in den kommenden Monaten gehen wird.

Frankfurt/Main (dpa) - Noch zögert die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Einstieg in den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik. Doch der Druck auf die Währungshüter wächst - zumal die Konjunktur im Euroraum besser läuft und die Mini-Inflation vorerst gebannt ist.

Heute könnte die Notenbank nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt weitere vorsichtige Hinweise geben, was in den nächsten Monaten zu erwarten ist.

Dabei geht es jedoch zunächst nur um Worte: Volkswirte rechnen damit, dass die EZB weitere Formulierungen in den Beschlüssen des obersten Entscheidungsgremium leicht verändern wird, um so ein Signal für eine absehbare Normalisierung der Geldpolitik zu geben. Im Juni hatte es erste Hinweise in dieser Richtung gegeben.

Konkrete Schritte erwarten Ökonomen frühestens in der September-Sitzung des EZB-Rates. Dann liegen den Währungshütern die neuesten Prognosen der Notenbank zur Entwicklung der Konjunktur und der Teuerungsrate im Euroraum vor.

Am Kurs der EZB dürfte sich demnach nun noch nichts grundlegend ändern. Der Leitzins in der Eurozone wird nach Einschätzung von Beobachtern ebenso auf dem Rekordtief von null Prozent bleiben wie der Strafzins von 0,4 Prozent für Banken, wenn diese Geld bei der EZB parken. Noch läuft zudem das gewaltige Anleihen-Kaufprogramm: Nach bisheriger Planung will die Notenbank bis mindestens Ende 2017 monatlich 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen stecken.

EZB-Kaufprogramme

Zeitreihe Leitzinsen der EZB

Geldpolitische Beschlüsse der EZB vom 8.6.2017

Eingangsstatement EZB-Präsident Draghi 8.6.2017

Statistisches Bundesamt zu Inflation

Rede Draghi 27.6.2017

Rede Weidmann 6.7.2017

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

Tausenden Mitarbeitern der insolventen Air Berlin droht die Kündigung - das Unternehmen setzt deshalb vor allem auf eine Transfergesellschaft. Davon könnten bis zu 4000 …
Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

Postbank-Beschäftigte stimmen für unbefristeten Streik

Bonn (dpa) - Im Tarifstreit für die rund 18 000 Beschäftigten der Postbank drohen nun unbefristete Streiks.
Postbank-Beschäftigte stimmen für unbefristeten Streik

ADAC-Umfrage: Regierung soll Straßennetz und ÖPNV ausbauen

München (dpa) - Den Menschen in Deutschland liegt einer Umfrage zufolge besonders der Verkehr in ländlichen Gebieten am Herzen.
ADAC-Umfrage: Regierung soll Straßennetz und ÖPNV ausbauen

Air-Berlin-Generalbevollmächtigter pocht weiter auf Hilfe vom Steuerzahler

Der Generalbevollmächtigte für die konkurse Fluggesellschaft Air Berlin bekäftigt die Notwendigkeit einer Transfergesellschaft. Derweil wird Chef Thomas Winkelmann …
Air-Berlin-Generalbevollmächtigter pocht weiter auf Hilfe vom Steuerzahler

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.