Steuerstreit

Google zahlt 306 Millionen Euro in Italien nach

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Das Google-Hauptquartier in Kalifornien

Dublin/Rom - Um ein Verfahren wegen Steuerbetrugs in Italien zu vermeiden, greift Google tief in die Tasche: Gut 300 Millionen Euro berappt der Internetriese.

Der US-Internetkonzern Google zahlt Steuern in Italien nach. Es handle sich um insgesamt 306 Millionen Euro, teilte der italienische Fiskus am Donnerstag mit. Google zahle damit Steuern auf in Italien erzielte, aber in Irland versteuerte Gewinne aus den Jahren 2009 bis 2013. Die Übereinkunft beendet eine Untersuchung von Googles Steuerzahlungen zwischen 2002 und 2015 durch Justizbehörden.

Ende 2015 hatte bereits der US-Technologiekonzern Apple eine Zahlung von 318 Millionen Euro akzeptiert, um einem Verfahren wegen Steuerbetrugs in Italien zu entkommen. Auch Apple hatten die italienischen Steuerbehörden vorgeworfen, keine Steuern auf Gewinne gezahlt zu haben. Von Amazon fordert der italienische Staat aus diesem Grund 130 Millionen Euro.

Die außergerichtliche Einigung könne für andere Länder der EU Modellcharakter haben, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde Agenzia delle Entrate der Deutschen Presse-Agentur. Der Konzern habe zudem zugestimmt, schriftlich zu versichern, seine Aktivitäten in Italien künftig korrekt zu versteuern, hieß es in einer Erklärung der Behörde.

Google, Apple und andere große US-Konzerne sparen mit legalen "Steueroptimierungen" große Summen an Steuern. Sie wählen als Hauptsitz zum Beispiel Länder, in denen die Besteuerung sehr niedrig ist. Viele Unternehmen zahlen in Europa ihre Steuern in Irland; dort werden nur 12,5 Prozent auf Unternehmensgewinne fällig.

AFP

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