Wegen verschärfter Einwanderungspolitik

Bei Handelsdeals wird der Brexit für die Briten zum Problem

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Die britische Premierministerin Theresa May wird in Neu Delhi vom indischen Premier Narendra Modi begrüßt. 

London -  Ihr erster Staatsbesuch außerhalb Europas führte Großbritanniens Premierministerin May nach Indien.  Es wurde klar: Handelsdeals sind nach dem Brexit schwieriger geworden.

Nach dem jüngsten Staatsbesuch von Großbritanniens Premierministerin Theresa Mays in Indien haben internationale Experten Zweifel angemeldet, dass Großbritannien einfache Handelsdeals außerhalb Europas gelingen werden.

"May hat versucht, mit ihrem Besuch in Indien ein starkes Signal zu setzen", sagte Mihir Kapadia, Chef des Vermögensverwalters Sun Global Investments. "Beide Regierungen haben die richtigen Signale gegeben. Aber die Briten haben ein Einwanderungsproblem."

May war am 7. und 8. November in Indien und hatte dort nach eigenen Angaben den Abschluss von Verträgen im Wert von mehr als einer Milliarde britischen Pfund (1,17 Milliarden Euro) begleitet. Es war der erste Staatsbesuch außerhalb Europas. "Es wäre ideal für die Briten, wenn dieser Besuch Auftakt zu Freihandelsdeals mit den Commonwealth-Ländern wäre", sagte Kapadia.

Loser Staatenbund von 52 Ländern

Das Commonwealth of Nations ist ein loser Staatenbund von 52 Ländern, zu dem vor allem Großbritannien und seine ehemaligen Kolonien - und damit Indien - gehören. "Großbritannien ist für viele englischsprachige Länder bisher die Brücke in die EU. Ich könnte mir vorstellen, dass es nun zur Verbindungsbrücke für das Commonwealth werden möchte."

Doch diesem Plan steht ein großes Hindernis im Weg. May hat in Großbritannien nach dem Votum für den EU-Austritt die Macht übernommen und hat damit den Auftrag, Einwanderung zu begrenzen. "Aber Indien und viele andere Commonwealth-Länder wollen gerne auch ihre Experten exportieren", so Kapadia. Europa-Analystin Camilla Hagelund von der Risikoberatung Verisk Maplecroft bezeichnete diesen Gegensatz als Sackgasse und warnte: "Das schadet den bilateralen Verhandlungen."

Bereits bei ihrem Besuch in Indien zeigte sich, dass May in dieser Hinsicht wenig anzubieten hat. Während ihrer Zeit als Innenministerin Großbritanniens von 2010 bis 2016 war die Zahl der indischen Studenten an britischen Universitäten aufgrund strengerer Visavorgaben um die Hälfte gefallen. Darauf angesprochen sagte sie in Indien lediglich, dass das Land mehr dafür tun müsse, um Inder zurückzuholen, die sich illegal in Großbritannien aufhalten. Im Gegenteil: Drei Tage vor ihrer Ankunft in Neu Delhi hatte sie angekündigt, die Einreisebedingungen weiter zu verschärfen.

IT-Verbände verlangen nach Experten

Auch die britischen und indischen IT-Verbände TechUK und Nasscom bezeichneten den Brexit als "signifikante Unsicherheit für unsere Geschäfte" und forderten die Regierungen auf, erneut über Visa für indische Experten zu verhandeln. Sie wiesen darauf hin, dass in Großbritannien bereits heute 63 Milliarden Pfund (73,7 Mrd Euro) pro Jahr an Wirtschaftskraft verloren gingen, weil es nicht genügend talentierte IT-Talente gebe. "Wir möchten Sie beide dringend bitten, die Bewegung von gut ausgebildeten Arbeitern als Priorität für den Handel und nicht als Einwanderungsproblem zu sehen", hieß es in einem Brief Anfang November an die Premierminister beider Länder.

dpa

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