Schutz der Weltmeere

2050: Mehr Plastik im Meer als Fische

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Rund drei Kubikmeter Müll hatten Fischer aus Sassnitz mit ihren Netzen in fünf Monaten aus dem Meer gefischt. Der Müll war in einer öffentlichen Aktion vor dem Meeresmuseum in Stralsund sortiert worden. Rund 75 Prozent des gefangenen Abfalls seien nach Angaben des NABU Kunststoffabfälle.

New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große Unternehmen.

Zum Schutz der Meere und anderer sensibler Ökosysteme wollen 40 der weltweit größten Konzerne weniger und umweltfreundlicheres Plastik verwenden. Unternehmen wie Procter and Gamble, Unilever und Coca-Cola schlossen sich am Montag im Vorfeld des Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos einer entsprechenden Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur an.

Zu den 40 Unternehmen zählen namhafte Produzenten und Nutzer von Plastikmaterialien, darunter auch Danone und Dow Chemical. Der Nahrungs- und Putzmittelkonzern Unilever verpflichtete sich beispielsweise, bis zum Jahr 2025 nur noch voll wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen einzusetzen.

20 Prozent der weltweiten Plastikproduktion könnten mit Gewinn wiederverwertet und weitere 50 Prozent recycelt werden, statt auf Müllkippen zu landen und die Ozeane zuzumüllen, teilte die Initiative mit. Die restlichen 30 Prozent und damit eine Menge von etwa zehn Milliarden Plastiktüten würden "ohne fundamentale Neugestaltung und Innovation" aber niemals wiederverwendet werden können.

Europa und der Müll: Umweltproblem oder gutes Geschäft?

Gebrauchter Schrott aus Aluminium liegt auf dem Recyclinghof Bahrenfeld in Hamburg in einem Container. Foto: Maja Hitij
Gebrauchter Schrott aus Aluminium liegt auf dem Recyclinghof Bahrenfeld in Hamburg in einem Container. © Maja Hitij
Gepresste Papierstapel stehen auf dem Recyclinghof in Freiburg. Foto: Patrick Seeger
Gepresste Papierstapel stehen auf dem Recyclinghof in Freiburg. © Patrick Seeger
Foto: Pantelis Saitas
 © epa ANA Pantelis Saitas
Er stinkt, verdreckt Wälder, Wiesen und Meere - und er ist ziemlich wertvoll&#39: Müll. Foto: Alexander Welscher
Er stinkt, verdreckt Wälder, Wiesen und Meere - und er ist ziemlich wertvoll: Müll. © Alexander Welscher
Die Unterschiede in Sachen Müllentsorgung sind europaweit sehr unterschiedlich. Foto: Jaime Reina
Die Unterschiede in Sachen Müllentsorgung sind europaweit sehr unterschiedlich. © Jaime Reina

"Kleinere Veränderungen in Material, Aufbereitung und Bearbeitung" könnten die Abfallverwertung wirtschaftlich und umsetzbar machen, erläuterte der Professor für Ressourcenmanagement an der Universität Innsbruck, Martin Stuchtey. Ellen MacArthur erklärte, auf Seiten der Industrie gebe es eine "sehr starke Einsicht". Sie begrüßte die Unterstützung der Großkonzerne.

afp

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