Solarzelle auf dem Dach

Grünes Licht für "Mieterstrom"

+
Auch Vermieter können künftig staatliche Zuschüsse für eine Solaranlage auf dem Dach des eigenen Hauses bekommen. Foto: Andreas Gebert

Vor allem Eigenheimbesitzer profitieren bislang von Solarzellen auf dem Hausdach. Mit der jetzt beschlossenen "Mieterstrom"-Förderung sollen auch Mietshäuser und Mieter ein Teil der Energiewende werden.

Berlin (dpa) - Um die Sonnenenergie in Deutschland voranzubringen, hat der Bundestag eine staatliche Förderung für den sogenannten Mieterstrom beschlossen. Ein Vermieter, der auf seinem Hausdach eine Solaranlage hat, erhält künftig einen staatlichen Zuschlag, wenn er den Strom an seine Mieter verkauft.

Nach dem Parlamentsbeschluss vom Donnerstag winkt dem Vermieter pro Kilowattstunde ein Zuschuss von bis zu 3,8 Cent. Der Mieter ist aber nicht dazu verpflichtet, den Strom vom Dach seines Wohnhauses zu beziehen. Überschüssiger Strom, den die Mieter nicht verbrauchen, wird ins Netz eingespeist und entsprechend vergütet.

Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer (SPD) sagte, die Energiewende sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das jetzt verabschiedete Gesetz stärke die Chancen, die Mieter in Deutschland mit einem attraktiven Angebot zu versorgen.

Linke und Grüne stimmten zwar nicht gegen das Vorhaben, enthielten sich aber wegen Kritik an einigen Details. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Julia Verlinden, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Gesetz schöpfe das Potenzial von Solarstrom auf Hausdächern "nicht annähernd aus". Es sollte statt nur für Wohngebäude auch für Gewerbegebäude gelten und kleine Anlagen von Bürokratie befreien.

Eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag der Grünen kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Wohnungen von günstigem Strom profitieren könnten als die vom Wirtschaftsministerium angepeilten 3,8 Millionen. Nach viel Kritik hat die Koalition aber nachgebessert: Die Vermieter bekommen nun auch einen Zuschlag, wenn der Strom in einem Haus in der unmittelbaren Nachbarschaft verbraucht wird.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München

Aufregung um deutsche Autobauer: Einem Medienbericht zufolge durchsuchen Ermittler Räumlichkeiten von BMW. Der Grund: Kartellvorwürfe.
Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München

Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax …
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien

Madrid (dpa) - Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl …
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien

Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Nach der Vereinbarung mit Lufthansa wird die Zeit für den Verkauf der übrigen Air-Berlin-Teile knapp. Mit Easyjet wurde die insolvente Fluggesellschaft bislang nicht …
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.