Prozess in Stuttgart

Gutachter: Schlecker-Insolvenz drohte schon Ende 2009

+
Die Anklage wirft Firmengründer Anton Schlecker vorsätzlichen Bankrott vor.Foto: Julian Stratenschulte

Stuttgart (dpa) - Die Insolvenz des Drogeriekonzerns Schlecker ist nach Auffassung eines Sachverständigen schon Ende 2009 absehbar gewesen.

"Nach meinem Dafürhalten drohte Ende 2009 die Zahlungsunfähigkeit", sagte der Gutachter Michael Harz im Prozess vor dem Landgericht Stuttgart.

Es habe über Jahre einen klar erkennbaren negativen Trend gegeben. Das Programm zum Umbau von Schlecker sei zwar gut gewesen, aber zu spät gekommen und nicht mehr finanzierbar gewesen.

Der Sachverständige, der die Schlecker-Finanzen im Auftrag der Staatsanwaltschaft rückblickend analysiert hatte, unterstützte mit seiner Aussage die These der Anklage.

Sie geht davon aus, dass spätestens Ende 2009 die Zahlungsunfähigkeit drohte und der Gründer Anton Schlecker über die Lage im Bilde war. Schlecker weist das zurück. Die Verteidigung hat beantragt, noch einen weiteren Sachverständigen zu hören.

Die Anklage wirft Schlecker vorsätzlichen Bankrott vor. Er soll außerdem Geld aus dem Unternehmen gezogen und an seine Kinder Lars und Meike verschoben haben, die wegen Beihilfe angeklagt sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen

Der Hering gehört zu den beliebtesten Speisefischen hierzulande. Doch Wissenschaftler warnen: Die Bestände in der Ostsee könnten wegen der Wassererwärmung drastisch …
Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen

Italien hebt Wirtschaftsprognosen an

Rom (dpa) - Italien hat seine Prognosen für die Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr angehoben. "Wir haben höhere und solidere Wachstumszahlen als …
Italien hebt Wirtschaftsprognosen an

Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab

Kurz nach der Rede der britischen Premierministerin Theresa May hatte die US-Ratingagentur Moody's ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens bereits nach …
Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab

Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen

Berlin (dpa) - Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Software-Updates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" …
Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.