Aufholjagd im Onlinehandel

H&M kommt bei Umbau voran - doch der Gewinn sinkt weiter

Deutschland ist mit 458 Geschäften einer der wichtigsten Absatzmärkte von H&M. Foto: Hauke-Christian Dittrich
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Deutschland ist mit 458 Geschäften einer der wichtigsten Absatzmärkte von H&M. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Die Sommerhitze hat H&M - anders als anderen Textilhändlern - nicht geschadet. Die Schweden verkaufen wieder besser. Sie machen sich am Ende jedoch selbst einen Strich durch die Rechnung.

Stockholm (dpa) - Der schwedische Moderiese H&M kämpft sich langsam aus dem Tief, muss dafür aber erst einmal viel Geld ausgeben. Im dritten Quartal (bis 31. August) sank der Gewinn unter dem Strich deshalb auf rund 3,1 Milliarden schwedische Kronen (299 Mio Euro).

Das entsprach einem Rückgang um etwa 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unternehmenschef Karl-Johan Persson zeigte sich trotzdem optimistisch: «Unsere Verbesserungsarbeit geht weiter, und obwohl Herausforderungen bleiben, gibt es mehr und mehr Anzeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind», erklärte er.

Ein Grund für die Zuversicht sind steigende Erlöse. Ohne die anfallende Mehrwertsteuer setzte der Zara- und Primark-Konkurrent 55,8 Milliarden schwedische Kronen (5,3 Mrd Euro) um, neun Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Anleger zeigten sich überzeugt.

Probleme gab es allerdings beim Aufbau neuer Lieferketten in den USA, Frankreich, Italien und Belgien. Das habe Sonderkosten von 400 Millionen Kronen verursacht, sagte Persson. In Deutschland, Schweden, Osteuropa, Russland und China dagegen sei der Marktanteil trotz der Sommerhitze gewachsen.

Auch online holt H&M auf. Die Schweden hatten relativ spät auf die Konkurrenz im Internet durch Rivalen wie Amazon und Zalando reagiert. Nun hätten die Onlineverkäufe allein im dritten Quartal um mehr als 30 Prozent zugenommen, berichtete Persson. Das Unternehmen will sich unter anderem in Mexiko und Ägypten neue Onlinemärkte erschließen.

Deutschland ist mit 458 Geschäften einer der wichtigsten Absatzmärkte der Schweden. In den Läden passe H&M derzeit die Sortimente an, verändere aber auch Ausstattung und Produktpräsentation, erklärte das Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatte der Moderiese nicht mehr so viele Filialen neu eröffnet wie zuvor. Er arbeitet stattdessen daran, die Läden und das Onlineangebot besser zu vernetzen.

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