150.000 offene Stellen

Handwerk beklagt dramatischen Fachkräftemangel

Die Auftragsbücher etlicher Betriebe sind teils so sehr gefüllt, dass sie sogar schon Aufträge ablehnen müssen, weil sie nicht genügend Fachkräfte haben. Foto: Axel Heimken
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Die Auftragsbücher etlicher Betriebe sind teils so sehr gefüllt, dass sie sogar schon Aufträge ablehnen müssen, weil sie nicht genügend Fachkräfte haben. Foto: Axel Heimken

Viele Handwerksbetriebe sind auf Monate ausgebucht und suchen verzweifelt Fachkräfte.

Berlin/Stuttgart (dpa) - «Derzeit sind die Auftragsbücher unserer Betriebe teils so sehr gefüllt, dass sie sogar schon Aufträge ablehnen müssen, weil sie schlicht nicht genügend Fachkräfte haben, um alles abzuarbeiten.» Das berichtet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

Fast die Hälfte der Firmen habe Schwierigkeiten, Personal zu finden. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen bezifferte der Verband auf rund 150.000 - vermutlich liege sie aber noch höher.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen laut ZDH in sinkenden Schulabgängerzahlen und einer erhöhten Neigung zu studieren. «Damit ging die Entwertung der dualen Ausbildung einher», bemängelt der Verband. «Über viele Jahre haben sich zu wenig Jugendliche für eine Lehre im Handwerk entschieden.» Notwendig sei ein Bewusstseinswandel: «Einer beruflichen Ausbildung muss wieder die Wertschätzung unserer Gesellschaft entgegengebracht werden, die ihr gebührt.»

Im Rahmen einer Pressekonferenz des ZDH in Boppard zur Herbstkonferenz der Hauptgeschäftsführer der 53 Handwerkskammern sollen diese Themen am Mittwoch (19. September) diskutiert werden. «Wir brauchen eine ausgewogene Balance von beruflich wie akademisch Ausgebildeten, sonst wird das Fundament unserer Wirtschaft brüchig.»

Handwerker verzweifelt gesucht

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