"Kette von Ärgernissen"

Flughafen BER: Schon wieder Verzögerungen

+
Das Ziel einer BER-Eröffnung noch in diesem Jahr hatten die Verantwortlichen bereits im Januar aufgegeben.

Berlin  - Am Flughafen in der Hauptstadt geht es nicht voran. Technikprobleme verzögern das Projekt um weitere vier bis sechs Monate. Die Zeit wurde aber eigentlich schon vorher unter Wowereit vergeudet, wie dessen Nachfolger andeutet.

Zwei Kilometer Wasserrohre im Terminal müssen ersetzt werden, hunderte Türen neu angeschlossen. Die neuen Technikprobleme im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens bringen das Projekt weitere vier bis sechs Monate in Verzug. Das sagte der regierende Bürgermeister Michael Müller als Aufsichtsratschef im Berliner Abgeordnetenhaus. "Es gibt eine Kette von Ärgernissen", sagte der SPD-Politiker. Dennoch befinde sich das Vorhaben in der "Schlussphase". Ein neuer Eröffnungstermin wurde aber nicht genannt.

Eröffnung im Januar?

Rund 1000 Türen im Terminal lassen sich nicht ordnungsgemäß elektronisch steuern, zudem muss ein Teil der Wasserrohre für die Sprinkleranlage ausgetauscht werden. Das Ziel einer Eröffnung noch in diesem Jahr hatten die Verantwortlichen deshalb im Januar aufgegeben. Die Finanzierung sei bis Mitte 2018 gesichert, sagte Müller. Eventuelle Mehrkosten könne die Flughafengesellschaft wegen steigender Einnahmen an den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld möglicherweise selbst tragen.

Laut Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sei noch nicht abzuschätzen, wie viel Arbeit der Austausch der Rohre mache. Die Türen brauchen nach Worten des Ingenieurs keine neuen Kabel. Jedoch müssen die bestehenden Anschlüsse in den Schaltschränken neu gesteckt werden. "Das dauert Monate, weil man jede einzelne Tür ausprobieren muss."

Aufsichtsrat: 2012 bis 2014 waren verschenkte Jahre

Müller kritisierte Mühlenfeld, der die Probleme lange als kurzfristig lösbar dargestellt habe. "Da gibt es schon noch ein Erkenntnisproblem der Geschäftsführung." Zugleich lobte Müller Mühlenfeld dafür, dass er alle behördlichen Stempel für das Projekt bekommen habe.

Der Aufsichtsratschef erneuerte seine Aussage, dass es nach der geplatzten Eröffnung des Flughafens 2012 zwei Jahre nicht vorangegangen sei. "Die Jahre 2012 bis 2014 waren verschenkte Jahre." Damals waren Rainer Schwarz und Hartmut Mehdorn Flughafenchefs, den Aufsichtsrat führten die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD). Müller nannte keine Namen.

Als Fehler bezeichnete er etwa den Rauswurf der Generalplaner 2012 und dass der damalige Technikchef Horst Amann eine Bestandsaufnahme der zahlreichen Mängel im Terminal nicht zu Ende führen konnte. "Einige haben mehr an den nächsten großen Ausbauplan gedacht als diese Katastrophe erstmal in Ordnung zu bringen."

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Dax kann Marke von 13 000 Punkten nicht halten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger sind am Dienstag in den letzten Handelsminuten in Deckung gegangen. Der Dax beendete den Tag 0,07 Prozent tiefer bei 12 995,06 Punkten.
Dax kann Marke von 13 000 Punkten nicht halten

Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler

Je länger sich die Brexit-Verhandlungen hinziehen, desto schwieriger wird es für Unternehmen zu planen. Deshalb macht die Wirtschaft zunehmend Druck. Vor allem die …
Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler

Staat verdient mehr an Rauchern

Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Fiskus hat mehr an Rauchern verdient. Im dritten Quartal wurden 7,2 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im …
Staat verdient mehr an Rauchern

ZEW-Konjunkturerwartungen steigen weiter

Mannheim (dpa) - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten für das kommende halbe Jahr haben sich im Oktober weiter verbessert.
ZEW-Konjunkturerwartungen steigen weiter

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.