Schwieriges Jahr 2020 erwartet

Huawei noch gut im Geschäft

+
Das Huawei-Logo ist am Forschungs- und Entwicklungszentrum des Konzerns im chinesischen Dongguan zu sehen. Foto: Andy Wong/AP/dpa

Peking (dpa) - Trotz des Drucks der USA auf den chinesischen Telekomriesen Huawei hat der Konzern seinen Umsatz im auslaufenden Jahr um rund 18 Prozent steigern können.

Der Zuwachs auf 850 Milliarden Yuan, umgerechnet 108 Milliarden Euro, war "etwas weniger als unsere anfänglichen Vorhersagen", sagte Huawei-Chef Eric Xu am Dienstag in einer Neujahrsbotschaft an die 190.000 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren die Einnahmen um 19,5 Prozent gestiegen.

Der größte Netzwerkausrüster und zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt blickt auf das komplizierteste Jahr seiner 32-jährigen Geschichte zurück. Die USA gehen massiv gegen Huawei vor und werfen dem Unternehmen mögliche Spionage vor, ohne bislang öffentlich Beweise dafür vorgelegt zu haben. So wurde Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt und als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft, die Kooperation mit US-Firmen wurde beschränkt.

Auch drängen die USA ihre Partner wie Deutschland und andere Staaten, bei Ausbau ihrer Mobilfunknetze auf den schnellen 5G-Standard keine Technik von Huawei einzusetzen. In seiner Botschaft äußerte Xu die Erwartung, dass das Unternehmen auch im neuen Jahr auf der schwarzen Liste bleiben wird. "Es wird ein schwieriges Jahr für uns."

Das Wachstum werde auch geringer als in der ersten Jahreshälfte 2019 ausfallen, was dem Rest des auslaufenden Jahres noch Schwung gegeben habe. "Überleben ist unsere erste Priorität." Der Huawei-Vorsitzende kündigte an, die eigenen Systeme für seine Huawei Mobile Services (HMS) energisch auszubauen.

Wegen der Handelsbeschränkungen kann Huawei beispielsweise bei seinem neuesten Smartphone Mate 30 nicht auf Googles Betriebssystem Android zurückgreifen. Auf diesem Grund treibt das Unternehmen die Entwicklung seines eigenen Betriebssystems beschleunigt voran. Xu berichtete, trotz aller Probleme habe Huawei im auslaufenden Jahr 240 Millionen Smartphones ausgeliefert - 17 Prozent mehr als 2018.

Ein weiteres Problem für Huawei sind verschiedene Strafverfahren in den USA. Auch steht die Finanzchefin und Tochter des Unternehmensgründers, Meng Wanzhou, seit mehr als einem Jahr in Kanada unter Hausarrest, während die USA sich um ihre Auslieferung bemühen. Ihr wird Bankbetrug im Zusammenhang mit der Umgehung der Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen

Die Lufthansa wurde von der Corona-Krise durchgeschüttelt. Daher ist der Konzern auf Staatshilfe angewiesen. Nun einigten sich die Parteien auf ein Rettungspaket. Doch …
Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen

Inlandstourismus kann vielerorts wieder aufleben

Urlaub an der Nord- oder Ostsee, eine Städtetrip nach Berlin mit Übernachtung - das ist für Touristen aus dem Inland nun wieder möglich. Aber kommen die Gäste auch?
Inlandstourismus kann vielerorts wieder aufleben

BGH: VW muss getäuschten Diesel-Käufern Schadenersatz zahlen

Volkswagen muss für seine Abgas-Trickserei geradestehen und klagenden Autofahrern den Schaden ersetzen. Im Dieselskandal gibt der Bundesgerichtshof damit die Marschroute …
BGH: VW muss getäuschten Diesel-Käufern Schadenersatz zahlen

Condor und Corona: Deutscher Ferienflieger sucht Absprung aus Rettungsschirm - und neuen Eigentümer

Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft schwer. Die Regierung verabschiedet umfangreiche Hilfspakete für große Unternehmen und den Mittelstand. News-Ticker.
Condor und Corona: Deutscher Ferienflieger sucht Absprung aus Rettungsschirm - und neuen Eigentümer

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.