Metzinger Modekonzern

Hugo Boss rechnet erst 2018 wieder mit Wachstum

+
Boss muss sich neu erfinden, nachdem eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke im Luxussegment zu etablieren, fehlgeschlagen waren. Foto: Sebastian Kahnert/Illustration

Der neue Chef will den Modekonzern Hugo Boss wieder zurück auf Erfolgskurs bringen. Doch schnelle, große Erfolge dürfte es bei seinen Anstrengungen erstmal nicht geben - wie aus einer neuen Strategie hervorgeht.

London/Metzingen (dpa) - Die Durststrecke beim Modekonzern Hugo Boss wird noch eine Weile anhalten. Nach Rückgängen im laufenden Jahr werde 2017 ein Jahr der Stabilisierung, teilte der Konzern mit.

Erst 2018 dürfte Hugo Boss auf den Wachstumspfad zurückkehren. In einem schwierigen Marktumfeld seien zwar weitere Anstrengungen nötig, sagte Firmenchef Mark Langer bei der Vorstellung einer neuen Boss-Strategie in London. Aber: "Wir sind im Kern ein gesundes Unternehmen, das immer noch eine zweistellige Marge erwirtschaftet."

Zentrales Element der neuen Strategie ist die Konzentrierung auf zwei Marken, darüber hinaus werden die Preise weltweit weiter angeglichen und der Online-Handel gestärkt. An der Börse sorgte die neue Strategie für Ernüchterung. Die Aktie verlor bis zum Mittag mehr als sieben Prozent. Binnen eines Jahres hatte sie etwa 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Bei dem Edelschneider aus dem schwäbischen Metzingen liegt einiges im Argen, nachdem eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, fehlgeschlagen waren. Auch die Krise in der Modebranche ging an dem Unternehmen nicht spurlos vorbei. Nach einer heftigen Gewinnwarnung Anfang dieses Jahres wurde fast die komplette Führungsriege ausgewechselt. Geblieben ist nur Langer, der unter seinem geschassten Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs die Finanzen des Konzerns verantwortete.

Langer hat bereits begonnen, unrentable Läden zu schließen, die Kosten zu senken und die Preise anzugleichen. Den bereits eingeschlagenen Pfad will der Konzern weitergehen. Geplant ist weltweit ein einheitlicheres Preisniveau. In der Konsequenz wird die Boss-Kleidung künftig in China billiger und in Deutschland teurer. Der Einstiegspreis für einen Boss-Anzug von derzeit etwa 500 Euro soll hierzulande auf 600 Euro steigen. Dass deutsche Verbraucher verschnupft reagieren dürften, ist Langer bewusst.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

SEC brummt Deutsche-Bank-Töchtern Millionenstrafe auf

Washington (dpa) - Die Deutsche Bank kommen Regelverstöße in den USA abermals teuer zu stehen. Die US-Börsenaufsicht SEC brummte zwei US-Töchtern des Geldhauses wegen …
SEC brummt Deutsche-Bank-Töchtern Millionenstrafe auf

Dax schließt nach Trumps Rundumschlag klar im Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Der jüngste Rundumschlag von Donald Trump hat den Dax am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der US-Präsident heizte den Handelskonflikt weiter …
Dax schließt nach Trumps Rundumschlag klar im Minus

Ford ruft in Deutschland knapp 190.000 Autos zurück

Köln (dpa) - Der Autobauer Ford muss wegen Problemen an der Kupplung in Deutschland fast 190.000 Fahrzeuge zurückrufen.
Ford ruft in Deutschland knapp 190.000 Autos zurück

Merkel äußert sich zu drohender Thyssenkrupp-Zerschlagung

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich indirekt gegen eine drohende Zerschlagung des Industriekonzerns Thyssenkrupp ausgesprochen.
Merkel äußert sich zu drohender Thyssenkrupp-Zerschlagung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.