Umfrage

Ifo: Deutsche Industrie vor starkem Anstieg der Kurzarbeit

Das beleuchtete Werftgelände von ThyssenKrupp Marine Systems am Ufer der Förde. Foto: Gregor Fischer/dpa
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Das beleuchtete Werftgelände von ThyssenKrupp Marine Systems am Ufer der Förde. Foto: Gregor Fischer/dpa

Einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge erwartet jedes vierte Industrieunternehmen in Deutschland Kurzarbeit. Dies wäre der höchste Wert seit 2010.

München (dpa) - Die deutsche Industrie steht laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wegen der Virus-Krise vor einem drastischen Anstieg der Kurzarbeit.

In den kommenden drei Monaten erwarten 25,6 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeit, wie das Ifo Institut mitteilte. Dies sei der höchste Wert seit 2010. Vor drei Monaten habe der Wert nur bei 15,3 Prozent gelegen. An der Umfrage haben 2000 Industrieunternehmen teilgenommen.

Mit Quoten zwischen 30 und 40 Prozent überdurchschnittlich betroffen von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind laut der Umfrage Schlüsselbranchen wie die Automobil- und die Elektroindustrie, sowie der Maschinenbau. Wenig von Kurzarbeit betroffen sähen sich hingegen die Chemie-Branche mit 14 Prozent und die Ernährungsmittel-Industrie mit 6 Prozent.

Bereits Kurzarbeit eingeführt haben der Ifo-Umfrage zufolge 9,3 Prozent der Industriefirmen. 15 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen seien davon betroffen. Im Maschinenbau waren es den Angaben zufolge 14 Prozent, in der Automobilindustrie 11 Prozent.

Regional gibt es Unterschiede: 33 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg gaben an, voraussichtlich Kurzarbeit einzuführen. In Sachsen und Nordrhein-Westfalen dürften demnach 30 Prozent betroffen sein, in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen 29 Prozent, in Bayern 25 Prozent.

"Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März", kommentierte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen, die Ergebnisse.

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