Wegen Betrug

In den USA inhaftierter VW-Manager will sich schuldig bekennen

+

Ein wegen des Volkswagen-Abgasskandals in den USA inhaftierter deutscher Manager will sich schuldig bekennen. Das teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag in Detroit mit.

Für den 4. August setzte das Bundesgericht einen Termin fest, bei dem Oliver S. auf schuldig plädieren will. S. ist wegen Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten, Verstößen gegen Luftreinhaltegesetze und Betrugs bei der Verwendung von Telekommunikationsmitteln angeklagt. Ihm droht eine mehr als zehnjährige Haftstrafe. Durch das Schuldeingeständnis kann er jedoch auf eine Strafminderung hoffen. S. arbeitete nach Angaben des US-Justizministeriums von 2012 bis 2015 in der VW-Niederlassung in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan. Dort sei er für die Kommunikation und Kooperation mit den US-Regulierungsbehörden zuständig gewesen. Später kehrte er in die Konzernzentrale in Wolfsburg zurück. Wegen der Manipulationen von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen hat die US-Justiz insgesamt sechs VW-Manager angeklagt. Die anderen fünf halten sich außerhalb der USA auf. Da Deutschland seine Staatsbürger nicht an andere Länder ausliefert, sind sie bei einem Aufenthalt in ihrem Heimatland außerhalb des Zugriffs der US-Justiz. S. wurde im Januar während eines Urlaubs im US-Bundesstaat Florida festgenommen. Keiner der von der US-Justiz angeklagten VW-Mitarbeiter gehört zur obersten Ebene der Unternehmenshierarchie. Ferner ist in den USA auch ein VW-Ingenieur angeklagt, der an der Entwicklung der Software zur Manipulation der Messwerte beteiligt gewesen sein soll. James L. bekannte sich schuldig und sagte den Behörden seine Kooperation zu. Die Verkündung seines Strafmaßes war ursprünglich für diesen Mittwoch angesetzt, wurde aber auf den 25. August verschoben. Der Konzern hatte im September 2015 die Manipulationen der Emissionswerte bei weltweit elf Millionen Dieselautos zugegeben. Allein in den USA waren rund 560.000 Fahrzeuge betroffen. Die von Volkswagen im Zuge der Aufarbeitung des Skandals ausgehandelten Entschädigungen und Strafzahlungen in den Vereinigten Staaten belaufen sich inzwischen auf mehr als 22 Milliarden Dollar (knapp 19 Milliarden Euro).

afp

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer

Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer

Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden

Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden

Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern

Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.