Sinken die Strompreise?

Verdi unterstützt Energie-Deal um Innogy

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Innogy stellte den Geschäftsbericht für das Jahr 2017 vor - möglicherweise nun den letzten. Foto: Rolf Vennenbernd

Rückenwind für Eon und RWE bei der Neuordnung ihres Energiegeschäfts: Bundes- und Landesregierung und auch die Gewerkschaften sehen die geplante Zweiteilung in Netz und Erzeugung positiv. Verbraucherschützer hoffen auf sinkende Strompreise.

Essen (dpa) - Eon und RWE können die Aufteilung ihrer Geschäfte mit Unterstützung aus Politik und Gewerkschaften angehen. Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte das Ja der Gewerkschaftsvertreter im RWE-Aufsichtsrat zu den Plänen an, die eine Zerschlagung der Netz- und Ökostromtochter Innogy vorsehen.

Er sehe die Chance, "starke und investitionskräftige Unternehmen aufzubauen und auch Perspektiven zu erschließen für Wachstum und für die Arbeitsplätze", sagte Bsirske in Potsdam. Er ist Vizechef des RWE-Aufsichtsrats.

Die amtierende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hält die Pläne grundsätzlich für positiv. "Es ist gut, wenn es in Deutschland wettbewerbsfähige und international orientierte Energieversorger gibt", sagte sie in Berlin. Eine Konzentration auf bestimmte Geschäftsfelder könne "notwendige Investitionen bei Erzeugung und Verteilnetzen befördern". Am Sonntag hatte bereits NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das Vorhaben begrüßt.

Verbraucherschützer hoffen auf sinkende Preise. Jeder Wettbewerber, der vom Strommarkt verschwinde, bedeute zwar eine traurige Nachricht für den Kunden, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller, dem "Handelsblatt". "Innogy ist aber ein eher teurer Grundversorger. Darum ist zu hoffen, dass Eon die Strompreise senken wird."

Eon will zunächst Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde dabei das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten. Die erneuerbaren Energien sollen unter dem Dach von RWE vereint werden. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit aufhören zu existieren.

Am Aktienmarkt sorgten die Pläne für eine hohe Nachfrage nach den Papieren der beteiligten Firmen. Die Titel von Innogy schnellten am Vormittag im Index der mittelgroßen Werte MDax um 15,55 Prozent auf 39,90 Euro nach oben, mittags lagen sie noch um 13,3 Prozent im Plus. Der Kurs der RWE-Aktien stieg um zuletzt 7,8 Prozent, derjenige der Eon-Anteilsscheine um etwa 4,8 Prozent.

Der Innogy-Vorstand wusste nach Angaben seines Vorsitzenden Uwe Tigges schon seit Samstagabend von den Zerschlagungsplänen. Zu diesem Zeitpunkt sei die Führung informiert worden. Wenige Stunden später machten Eon und RWE am frühen Sonntagmorgen dann über eine Börsenmitteilung ihre Grundsatzvereinbarung öffentlich. Tigges hielt sich mit einer Bewertung zurück. "Ob das in unserem Interesse ist, kann ich heute nicht sagen. Wir werden uns die Dinge ansehen, wir werden sie bewerten, und dann werden wir dazu im Sinne unserer Aktionäre, unserer Mitarbeiter und unserer Kunden Stellung nehmen."

Innogy stellte am Montag den Geschäftsbericht für das Jahr 2017 vor - möglicherweise nun den letzten. Tigges, der Innogy seit dem Abgang von Gründungschef Peter Terium im vergangenen Dezember kommissarisch führt, sagte dabei, die RWE-Tochter sei und bleibe "ein kerngesundes Unternehmen". Innogy habe eine starke Wettbewerbsposition, sei finanziell solide aufgestellt und fahre verlässliche Gewinne ein.

2017 erreichte das Unternehmen seine im Dezember gesenkte Prognose. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg leicht um 3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dazu trug das Netzgeschäft mit rund 1,9 Milliarden Euro den größten Anteil bei. Das Nettoergebnis jedoch wurde mit 778 Millionen Euro nahezu halbiert - unter anderem wegen Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft. Die Dividende bleibt mit 1,60 Euro je Aktie unverändert.

Unterlagen Billanz-Pk Innogy

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