Folgen des Ukraine-Kriegs

Wirtschaftsforscher halbieren Prognose: „Deutsche Wirtschaft wankt von einer Krise in die nächste“

Baustelle
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Bauarbeiten: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) blickt mit wachsender Vorsicht auf die deutsche Konjunktur.

Die Folgen des Ukraine-Kriegs verdüstern die Aussichten für die deutsche Wirtschaft. Die Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft werden daher deutlich vorsichtiger. 

München - Der Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten und die Corona-Lockdowns in China trüben die Konjunktur-Aussichten für die deutsche Wirtschaft immer weiter ein. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat seine Wachstumsprognose für dieses Jahr daher mehr als halbiert.

Nach den Zahlen, die Merkur.de vorliegen, rechnen die Experten des arbeitgeber-nahen Instituts für 2022 nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,75 Prozent. Noch im vergangenen November war das IW von einem BIP-Wachstum von 3,9 Prozent ausgegangen. Die neue Prognose soll am Freitag (20. Mai) veröffentlicht werden. Erst Mitte April hatten die fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für das laufende Jahr auf 2,7 Prozent gekappt nach 4,8 zuvor. Die Kölner Experten sehen die Wachstumsaussichten nun noch vorsichtiger.

Die IW-Frühjahrsprognose stehe jedoch unter dem Vorbehalt, dass es im zweiten Halbjahr „zu keinen zusätzlichen Belastungen durch geopolitische Konflikte“ komme und sich die Belastungen aus der hohen Inflation zurückbildeten. Für das laufende Jahr geht das IW jetzt von einem Anstieg der Verbraucherpreise um „gut sechs Prozent“ aus, heißt es in der Prognose mit dem Titel „Krise und Unsicherheit“. Für 2023 rechnen die Volkswirte mit einem Rückgang der Teuerungsrate auf drei Prozent.

IW-Prognose: „Deutsche Wirtschaft wankt von einer Krise in die nächste“

Die angeschlagene deutsche Wirtschaft wanke „von einer Krise in die nächste“, schreiben die Forscher in ihrer Zusammenfassung. Neben den Folgen der Corona-Pandemie wie gestörte Lieferketten und Personalausfälle bekämen die Unternehmen seit Februar auch die Ausläufer des Ukraine-Kriegs zu spüren. Die Rahmenbedingungen hätten sich damit „erheblich verschlechtert“.

Vor allem die Industrie leide unter hohen Energie- und Rohstoffkosten. Zudem gebe es mit dem „Damoklesschwert eines Endes der russischen Gaslieferungen sowie eskalierende Lieferschwierigkeiten durch die chinesischen Corona-Beschränkungen“ kurzfristig zwei weitere Abwärtsrisiken, mahnen die Volkswirte.

IW-Prognose: Niedrigste Arbeitslosigkeit seit Wiedervereinigung

Der Arbeitsmarkt werde aber robust bleiben, erwartet das IW. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf unter fünf Prozent zurückgehen und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. „Nie wurden so viele Fachkräfte gesucht wie derzeit“, resümierte das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Mit Blick auf die angespannte Lage am Arbeitsmarkt und die Konjunktur appellierten die Forscher an die Vernunft der Tarifpartner. Die Lohnpolitik dürfe „nicht dem Reflex folgen, Kaufkraftverluste ausgleichen zu wollen, die vor allem durch stark gestiegene Energiepreise“ entstanden seien. Ein möglicher Inflationsausgleich hätte zur Folge, dass die EZB zur Verhinderung einer Lohn-Preisspirale mit einer restriktiveren Geldpolitik reagieren müsste und „somit die Wachstumsaussichten weiter schwächen würde“. (utz)

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