18,5 Milliarden Euro Außenhandelsüberschuss

Januar-Rekord: Exportwirtschaft feiert „glanzvollen Auftakt“

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Deutsche Waren werden in alle Welt umgeschlagen - hier im Hafen Hamburg

Wiesbaden - Die Nachfrage nach „Made in Germany“ boomt. Der Jahresbeginn beschert deutschen Exporteuren einen Traumstart. Der Außenhandelsverband warnt aber vor großem Optimismus.

Inmitten von Forderungen aus den USA, aber auch der EU nach einer ausgeglicheneren Handelsbilanz ist der deutsche Außenhandelsüberschuss weiter gestiegen: Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, betrug der Überschuss im Januar kalender- und saisonbereinigt 18,5 Milliarden Euro. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Dezember. 

Deutschlands Exportunternehmen sind also mit hohem Tempo in das Jahr 2017 gestartet. Insgesamt gingen Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro ins Ausland - ein Januar-Rekord und ein Zuwachs von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Außenhandelsverband BGA sprach von einem „glanzvollen Auftakt“ - trotz aller Unsicherheiten.

„Sowohl im Handel mit unseren direkten europäischen Nachbarn als auch mit Drittländern stehen wir im Augenblick sehr gut da“, sagte BGA-Präsident Anton Börner. Zugleich warnte er aber vor zu großem Optimismus.

EU bleibt wichtigster Markt

Besonders stark wuchs die Nachfrage nach „Made in Germany“ im Januar mit einem Plus von 17,7 Prozent auf 40,1 Milliarden Euro in Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU). Wichtigster Markt war aber weiterhin die Union. Dorthin lieferten Unternehmen Waren im Wert von 58,8 Milliarden Euro (plus 8,0 Prozent).

Auch die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 11,7 Prozent auf 84,0 Milliarden Euro. Weil Deutschland mehr aus- als einführte, ergab sich unter dem Strich ein Außenhandelsüberschuss von 14,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 13,2 Milliarden Euro. Deutschlands Exportstärke sorgt immer wieder für Kritik bei Handelspartnern, zuletzt vor allem in den USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump.

Rekordjahr - oder Probleme wegen „Renationalisierungstendenzen“?

Im Vergleich zum schwachen Vormonat stiegen die Ausfuhren den Angaben zufolge im Januar kalender- und saisonbereinigt um 2,7 Prozent. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet.

Für das Gesamtjahr traut der BGA dem Export ein Plus von bis zu 2,5 Prozent auf einen Höchstwert von 1,24 Billionen Euro zu. Es wäre das vierte Rekordjahr in Folge. Börner warnte allerdings auch: „Das Jahr wird noch lang und ist gespickt mit politischen und auch wirtschaftlichen Herausforderungen.“

Sorgen bereiten der Branche Abschottungstendenzen in den USA, aber auch die wachsende Kritik an Freihandel sowie Renationalisierungstendenzen in Europa.

dpa/AFP

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