Laut einer Umfrage

Jede dritte britische Firma bremst wegen Brexit-Sorgen Investitionen

London - Das macht Anlass zur Sorge: Britische Firmen sind nach dem Ausstieg aus der EU vorsichtig geworden. Die Gründe sind vielfältig.

Jedes dritte britische Unternehmen hat einer Umfrage zufolge wegen Sorgen um den Brexit Investitionen verschoben oder gestrichen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens YouGov in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft CEBR und der Finanzgesellschaft Hitachi Capital. Bei der Befragung von 1015 Managern Ende Oktober und Anfang November zeigte sich demnach, dass 33 Prozent der Firmen bei den Investitionen auf die Bremse treten.

CEBR und Hitachi Capital bezifferten das Gesamtvolumen der verschobenen Ausgaben und abgesagten Projekte auf 65,5 Milliarden Pfund (76,1 Milliarden Euro). Dabei stützten sie sich neben der Umfrage auf öffentlich verfügbare Daten zu Unternehmen in Großbritannien.

Als konkrete Gründe für die Verschiebung und Absage von Investitionen nannten die befragten Manager den Angaben zufolge an erster Stelle den Absturz der britischen Währung sowie die Erwartung einer steigenden Inflationsrate. Häufig angeführt wurden auch die Unsicherheit in Bezug auf den künftigen Zugang des Landes zum europäischen Binnenmarkt und das Risiko einer Konjunktureintrübung in Großbritannien.

Besonders verbreitet war das vorsichtigere Vorgehen demnach bei großen Unternehmen (42 Prozent) und mittelgroßen Firmen (44 Prozent). Dagegen verschoben oder stoppten lediglich 23 Prozent der kleineren Unternehmen ihre Investitionspläne. Diese Firmen seien weniger von Exportmärkten abhängig, hieß es dazu in der Auswertung.

Nach Branchen unterteilt waren den Angaben zufolge Technologie- und Telekommunikationsunternehmen besonders zurückhaltend, gefolgt von Immobilien- und Baufirmen. Es folgten Werbe- und Kommunikationsunternehmen sowie die Finanzwirtschaft.

Die Briten hatten im Juni in einem Volksentscheid mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Premierministerin Theresa May hat angekündigt, den Startschuss für den Ausstieg bis spätestens Ende März geben zu wollen. Danach hat Großbritannien zwei Jahre Zeit, mit der EU die Trennungsmodalitäten auszuhandeln.

afp

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